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TV-Hochzeitsplaner Frank „Froonck“ Matthée: „Im kommenden Jahr wird es einen Hochzeitsstau geben“

  • Üppige Hochzeitsfeiern organisieren – unmöglich in Zeiten der Pandemie.
  • Deutschlands bekanntester Hochzeitsplaner Frank Matthée alias Froonck, weiß, wie die Branche leidet.
  • Ob es nun einen Hochzeitsstau gibt, der Lockdown mehr Lust aufs Heiraten gemacht hat und warum Brautentführungen keine gute Idee sind, erzählt der 53-Jährige im RND-Interview.
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Der Mann kann Hochzeiten. Frank Matthée, alias Froonck, ist Deutschlands berühmtester Hochzeitsplaner. Der 53-Jährige, der mittlerweile in Nizza lebt, gründete 2002 die Agentur „Wh!te – The Wedding Agency“. Bekannt wurde er durch die Reality-Show „Sarah & Marc in Love“, weil er 2005 die Hochzeit von Sarah Connor und Marc Terenzi organisierte. Ein rauschendes Fest, allerdings ohne Happy End. 2008 trennte sich das Musikerpaar. Für Froonck hingegen war die Sendung der Startschuss für eine TV-Karriere. Im Herbst ist er nun in einem neuen Vox-Format namens „Vier Hochzeiten – Von Braut zu Braut“ zu sehen.

Guten Tag, soll ich Sie Frank Matthée oder Froonck nennen?

Unbedingt Froonck, das ist mein eingetragener Künstlername.

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Froonck, was macht ein Hochzeitsplaner, wenn es plötzlich wegen der Pandemie kaum etwas zum Planen gibt?

Ja, das ist eine Katastrophe. Plötzlich ging es von 100 auf null. Doch nach eineinhalb Jahren habe ich mich an den Zustand gewöhnt. Ich freue mich jetzt gerade auf zwei tolle Hochzeiten, die wir in Deutschland organisieren.

Was haben Sie im Corona-Jahr gemacht?

Im Sommer 2020 konnte ich an meinen TV-Formaten arbeiten. So habe ich eine richtige Corona-Hochzeit organisiert, die dann gesendet wurde. Da kamen die Gäste nicht zu dem Brautpaar, sondern das Brautpaar zu den Gästen. Mit einer Kutsche wurden die beiden herumgefahren, so konnten sie alle sehen, die ihnen wichtig waren. Und jeder Gast hatte eine besondere Aktion vorbereitet.

Gibt es derzeit einen Hochzeitsstau, weil alle Paare ihr Fest nachfeiern wollen?

Natürlich feiern jetzt einige ihre Hochzeit nach, doch das Zeitfenster für Veranstaltungen ist in diesem Jahr sehr kurz. Ein Großteil der Paare – und das höre ich auch von anderen Dienstleistern – hat sein Fest auf das Jahr 2022 verlegt. Das merkt man auch daran, dass Hochzeitslocations für 2022 schon die Wochentage anbieten, weil sonst alles schon ausgebucht ist. Ich rate auch Paaren davon ab, jetzt zu feiern, wenn die Corona-Einschränkungen dazu führen, dass ihre Ansprüche an ein Hochzeitsfest nicht erfüllt werden können. Ich gehe also davon aus, dass es im kommenden Jahr einen Hochzeitsstau geben wird.

Wird sich Ihre Arbeit als Hochzeitsplaner verändern?

Sicherlich werden wir in der Branche weniger Zeit für die Planungen haben und noch flexibler auf alle möglichen Situationen reagieren müssen. Das wird anstrengend!

Gab es in der Pandemie eine Besinnung auf mehr Zweisamkeit – und damit auch einen größeren Wunsch nach Eheschließung?

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Na ja, ich habe eher das Gefühl, dass sich mehr Paare als üblich getrennt haben, weil sie jetzt plötzlich 24 Stunden mit ihren Partnern zusammen waren. Die Beschränkungen waren ja auch ein starker Eingriff in die Freiheit.

Sie planen nun schon seit Langem Hochzeitsfeiern. Was ist Ihren Kunden wichtig?

Es gibt drei Arten von Wünschen. Die einen wollen eine lockere Feier für sich, die Familie und Freunde. Die anderen wollen ein Fest mit Statussymbolik ausrichten. Paare mit einer bestimmten gesellschaftlichen Stellung wollen auch zeigen – „wir können uns das leisten“. Und dann gibt es noch die Neureichen, die es richtig krachen klassen wollen. Die wollen es glamourös, manchmal sogar ein bisschen drüber. Meist gehört es für mich anfangs dazu, mit Paaren deren Motivation zu erarbeiten.

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Welche Hochzeitsfeiern funktionieren am besten?

Die, bei denen wir am meisten Freiraum hatten, liefen am besten. Man kennt das Budget und sieht das Paar dann erst am Hochzeitstag wieder (lacht) .

Gibt es einen neuen Konservatismus beim Heiraten?

Tatsächlich setzten jüngere Leute wieder mehr auf Romantik und Tradition. Die Einstellung der Millennials ist im Gegensatz zu der 68-er Generation tradierter und auch weniger offen. Das ist eine Art der Gegenbewegung der Jüngeren gegenüber der Elterngeneration.

Welches war Ihre schönste Hochzeit, die Sie geplant haben?

Es gab viele schöne. An die von dem Fußballer Marc-André ter Stegen in der Toscana erinnere ich besonders gern. Er und seine Frau feierten ihre Hochzeit vier Tage lang. Es war unglaublich zauberhaft, ja schon fast magisch. Romantisch, ohne Kitsch und auf eine gewisse Art auch schlicht. Es gab eine Vesper-Tour, Ausflüge und eine Pool-Party für die Gäste. Als sein Großvater mir bei seiner Abreise sagte, es sei „das schönste Fest, das er in seinem Leben erleben durften“, da standen mir Tränen in den Augen.

Eine Luftbuchung: Viele Paare haben ihre Hochzeit 2020 verschoben. © Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn

Was halten Sie von Brautentführungen?

Nicht so viel. So etwas kann eine ganze Feier sprengen und ich sage dann immer, was für Konsequenzen eine solche Aktion haben kann. Oder auch bei einem gemeinsame Baumstammsägen – einem Brauch, der zeigen soll, dass ein Paar als Team funktioniert – erinnere ich Braut und Bräutigam daran, dass sie danach durchgeschwitzt sind. Insbesondere in Bayern und Österreich lieben die Menschen solche Traditionen – das ist ja auch in Ordnung. Es gibt aber auch viele andere Dinge, die gut funktionieren.

Streben Paare bei Ihrer Hochzeit nach immer größerem Perfektionismus und setzen deshalb auch auf Hochzeitsplaner?

Es geht nicht darum, dass alles perfekt klappt. Es ist nicht schlimm, wenn beispielsweise der Hund, der die Ringe bringen soll, sich Zeit lässt. Das ist dann eher lustig. Es geht viel mehr darum, dass der Rahmen gut organisiert ist, dass die Beratung im Vorfeld stimmt. Und darum, dass das Brautpaar keinen Stress an seinem eigenen Hochzeitstag hat. Das ist oft der Fall, wenn Braut und Bräutigam am Tag selbst die Organisation übernehmen. Deshalb bieten wir auch an, sozusagen als „Master of ceremony“ den Ablauf des Festes zu garantieren.

Was ist der größte Fehler, den Hochzeitspaare machen?

Manche Paare neigen dazu, ihr Fest zu überfrachten. Dann frage ich immer: Wie viele Tage wollt ihr denn eigentlich feiern?

Sie starten mit einem neuen Format im Herbst ...

Ja, das neue Vox-Format heißt „Vier Hochzeiten – Von Braut zu Braut“. Dabei treten vier Bräute gegeneinander an und kommentieren und bewerten die Hochzeiten der anderen.

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