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Trotz Loveparade-Unglück: Abgewählter OB sieht rückblickend keinen Anlass für Rücktritt

  • Adolf Sauerland wurde 2012 - zwei Jahre nach dem Loveparade-Unglück - als Duisburger Oberbürgermeister abgewählt.
  • Viele sahen in ihm einen Mitverantwortlichen an der Tragödie.
  • Doch der CDU-Politiker ist sich bis heute keiner Schuld bewusst.
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Düsseldorf. Der nach dem Loveparade-Unglück abgewählte Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sieht auch rückblickend keinen Anlass für einen Rücktritt aus politischer Verantwortung. "Man muss die moralische Verantwortung übernehmen, wenn man in verantwortlicher Art und Weise Schuld an diesem Unglück hat. Und die habe ich nicht. Ich habe die Loveparade nie gewollt. Und auch die politische Verantwortung lag nicht bei der Kommune", sagte der 65-Jährige in einem Interview der "Rheinischen Post" (Dienstag). "Ich habe immer gesagt, es liegt keine Schuld bei der Stadt Duisburg. Wer sich die Einstellungsverfügung des Strafprozesses am Landgericht einmal genau durchliest, wird auch nicht zu einem anderen Urteil kommen können."

Das Unglück mit 21 Toten und mehr als 650 Verletzten jährt sich an diesem Freitag zum zehnten Mal. Viele sahen unmittelbar nach der Katastrophe in Sauerland einen Mitverantwortlichen. Zeitweise erhielt er Morddrohungen. Im Februar 2012 wählten ihn die Duisburger in einem Bürgerbegehren mit großer Mehrheit ab. Als Zeuge im Strafprozess zeigte er sich später überzeugt, dass die Stadt bei der Genehmigung der Technoparade keine Fehler gemacht hat. Nicht im Verwaltungsablauf, sondern im Veranstaltungsablauf sei etwas falsch gelaufen.

“Seit Jahren ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis” zu Hinterbliebenen

Sauerland sprach in dem Interview der RP auch über sein Verhältnis zu Hinterbliebenen und Verletzten. Zu einigen pflege er "seit Jahren ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis". Auf die Frage, wie es dazu kam, sagte Sauerland: "Ich bin angesprochen worden. Wir haben telefoniert und über die Geschehnisse gesprochen. Viel von dem, was damals passiert ist, und was das für die Beteiligten bedeutet, kann man nur ermessen, wenn man mit den Betroffenen redet. Über die Jahre ist da ein Vertrauensverhältnis gewachsen."

RND/dpa

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