Trinken gegen Corona: Paar stirbt an selbst gebrautem Bier

  • In Südafrika gilt seit dem Lockdown auch ein Alkoholverbot.
  • Zahlreiche Menschen wollen das umgehen, indem sie selbst Bier brauen.
  • Einem Paar wurde das nun zum Verhängnis: Beide starben.
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Als ihre Alkoholvorräte zur Neige gingen und sie wegen des Corona-Lockdowns kein Bier mehr kaufen konnten, brauten sie es einfach selbst – wie Tausende von Südafrikanern. Doch irgendwas ging schrecklich schief: Nur kurz nach dem Verzehr war Alida Fouche (42) tot, ihr Verlobter Tony Hilliar (54) überlebte noch wenige Tage im Krankenhaus, ehe er starb, meldet die südafrikanische Plattform “SApeople.com”.

Als es seiner Frau nach dem Verzehr des Gebräus plötzlich schlecht ging, rief Hilliar noch den Rettungsdienst. Als die Sanitäter ankamen, war Fouche bereits tot und Hilliar krümmte sich mit Schmerzen am Boden. Die beiden leeren Flaschen wurden von Ermittlern zu Tests in Labors geschickt, genau wie noch volle Flaschen mit dem selbst gebrauten Bier. Die Behörden gehen davon aus, dass beide an einer Alkoholvergiftung starben.

“Wie braue ich meinen eigenen Alkohol” ist Top-Google-Suche in Südafrika

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Die Kritik an der südafrikanischen Regierung, die den Lockdown bereits am 26. März startete und bisher zweimal verlängert hat, wächst nun. Denn anstatt Alkohol im Geschäft zu kaufen, boomt das Selberherstellen, so werden etwa zehnmal so viele Ananasfrüchte verkauft als sonst – und diese werden zur Alkoholherstellung genutzt. Auch der Verkauf und Handel mit Zigaretten wurde im Lockdown untersagt.

Google hat bereits veröffentlicht, dass “How to brew homemade alcohol” (Wie braue ich meinen eigenen Alkohol) unter den Top-Suchen in Südafrika liegt.

Ein Freund der beiden, Tommy Cockcroft, sagte der Plattform, dass beide gerne einen Feierabend-Drink genossen hätten, “was typisch südafrikanisch ist. Da es durch die Regeln der Regierung keinen Alkohol gibt, macht ihn jeder selbst – und so tat es Tony auch". Als der Lockdown im April erstmals verlängert wurde, kam es zu Plünderungen in Alkoholgeschäften.

Ursprünglich war das Alkoholverbot zum Schutz von Familien initiiert worden: Politiker und Experten fürchteten, dass die Zahl von Misshandlungen und Gewalttaten steigen könnte, wenn Menschen in der Zeit des Lockdowns, mit Jobverlust und Existenzängsten konfrontiert, zu viel Alkohol konsumierten.

RND/msk

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