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Öffentlichkeitsfahndung läuft

36-Jähriger nach Tötungsdelikt in Kalletal auf der Flucht – Frau des Opfers spricht über Hintergründe

Ermittler der Polizei arbeiten nach dem Tötungsdelikt am Tatort. Bei einer Routinekontrolle ist die Polizei auf die Spur eines Gewaltverbrechens gestoßen.

Bielefeld/Kalletal. Nach einem Tötungsdelikt in Kalletal nahe Bielefeld ist ein tatverdächtiger 36-Jähriger weiter auf der Flucht. Die Fahndung nach dem Mann laufe weiter auf Hochtouren, sei aber bisher erfolglos geblieben, berichtete ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Ermittler äußerten sich bisher nicht dazu, wen der 36-Jährige am Samstag umgebracht haben soll. Mehrere Medien berichteten von einer Gewalttat aus Eifersucht: Der Mann soll einen Nebenbuhler erschlagen haben, den Liebhaber seiner Ehefrau.

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Nun hat die Ehefrau des Ermordeten sich an die „Schaumburger Nachrichten“ (SN) gewandt und über Hintergründe gesprochen. Sie berichtet demnach, dass ihr getöteter Mann den späteren Täter und seine Freundin mit zwei Kindern erst im März aus der Ukraine geholt habe. Sie hätten sie bei sich leben lassen und ihnen mit vielen Dingen geholfen.

Täter soll bereits im Gefängnis gewesen sein

Die Witwe sagt den „SN“ weiter, dass ihnen bekannt gewesen sei, dass der jetzige Täter bereits im Gefängnis gewesen sei. Sie habe aber erst nun durch die Polizei erfahren, dass er wegen Mordes acht Jahre absitzen musste. Seit dem 1. Mai habe die ukrainische Familie eine eigene Wohnung gehabt. Vor etwa vier Wochen startete dann der „Psychoterror“, von dem die Frau des Opfers der Zeitung berichtet: Es sei herausgekommen, dass ihr Ehemann und die Freundin des Täters miteinander schreiben. Der jetzige Täter vermutete eine Affäre zwischen den beiden und bedrohte laut der Witwe seine eigene Freundin und die Familie, die ihn in Deutschland aufgenommen hatte.

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In der Nacht des tödlichen Angriffs habe ihr Mann das Problem mit dem späteren Täter klären wollen. Die ukrainische Freundin habe ihn gebeten, nochmal in die Wohnung zu kommen. Dort soll es dann zum Tötungsdelikt gekommen sein, so die Ehefrau des Opfers zu den „SN“.

Fahndung seit Samstagmorgen – bisher erfolglos

Die Staatsanwaltschaft Detmold und eine Mordkommission fahnden seit Samstagmorgen nach dem Mann. „Der Aufenthalt des Gesuchten ist derzeit unbekannt“, hieß es. Möglicherweise halte er sich in Kalletal im Kreis Lippe oder im angrenzenden niedersächsischen Rinteln auf. Dort war am Samstag mit einem Großaufgebot – darunter Hubschraubern und einem SEK-Team – nach dem 36-Jährigen gesucht worden.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man sich nicht genauer äußern, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend. Die Gewalttat sei eher zufällig bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle ans Licht gekommen. Der Mann habe zusammen mit einer Frau und zwei Kindern – laut „SN“ handelte es sich dabei um seine Freundin und ihre beiden Kinder – im Auto gesessen und sollte routinemäßig überprüft werden, schilderte der Sprecher. Stattdessen sei der Mann geflüchtet und habe Frau und Kinder zurückgelassen.

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Freundin sprach gegenüber Polizei von der Tötung

Die Frau – offenbar seine Freundin – habe angegeben, es sei im Umfeld ihrer Familie zu einem Tötungsdelikt gekommen. Mehr Details nannte der Sprecher dazu nicht. Umfangreiche Ermittlungen einer Mordkommission hätten den dringenden Tatverdacht ergeben. Tatort soll das kleine Kalletal-Stemmen sein.

Die Ermittler nannten für die Fahndung den vollen Namen des Mannes und veröffentlichten ein Foto von ihm. Sie warnten die Bürger davor, den Mann anzusprechen. Der Gesuchte habe am rechten Arm ein auffälliges Skorpiontattoo und an der Innenseite eines Unterarmes ein Schwertemblem.

Bekannte des Verdächtigen oder Menschen, die Hinweise zu seinem Aufenthaltsort geben können, sollten sich umgehend bei der Polizei melden, hieß es. Für Montag wurden weitere Informationen zu dem Fall von der Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellt.

RND/hsc/mit dpa

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