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Festnahme nach Crash auf dem Gardasee - Deutscher stellt sich in Italien

  • Ein italienisches Pärchen stirbt bei einem Bootsunglück auf dem Gardasee.
  • Zwei Deutsche stehen im Verdacht, mit ihrem Motorboot das Unglück verursacht zu haben.
  • Einer von ihnen hat sich in der Nacht zu Montag der italienischen Polizei gestellt.
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Brescia. Nach dem tödlichen Bootsunfall auf dem Gardasee in Norditalien ist ein deutscher Verdächtiger festgenommen worden. Italienischen Medien zufolge handelt es sich dabei um den 52-jährigen Patrick K., der sich demnach in der Nacht zu Montag (2.15 Uhr) freiwillig der italienischen Polizei gestellt haben soll. Er sei mit seinem Anwalt nach Italien zurückgekehrt, nachdem er zuvor zurück nach Deutschland gereist war. Er sitze nun in Untersuchungshaft in der norditalienischen Stadt Brescia, erklärte ein Sprecher seines Anwaltsbüros am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Behörden hatten ihn zuvor per europäischem Haftbefehl zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Nacht- und Nebelaktion in der Südtiroler Ortschaft Brenner hat der Verteidiger des gesuchten Mannes nach eigenen Angaben organisiert. Ort und Uhrzeit habe er mit den ermittelnden Behörden in Brescia abgestimmt, erklärte ein Sprecher des Anwaltsbüros der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Dem Anwaltsbüro zufolge müssen die Behörden nun entscheiden, wie es in dem Fall weitergeht. Die Staatsanwaltschaft in Brescia und die Carabinieri machten zunächst auf Nachfrage keine Angaben zu der Überstellung.

Vorwürfe wiegen schwer

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Patrick K. und einem weiteren 52 Jahre alten Deutschen wird vorgeworfen, mit ihrem Motorboot gegen das kleine Boot eines italienischen Pärchens gekracht zu sein. „Ich hoffe, sie bezahlen dafür, was sie getan haben“, sagte der Vater der 25 Jahre alten Frau, die bei dem Vorfall vor gut zwei Wochen starb, im italienischen Fernsehen nach der Beisetzung seiner Tochter.

Den Verdächtigen wird zudem vorgeworfen, nicht angehalten zu haben, um zu helfen. Die junge Frau und ihr 37 Jahre alter Begleiter kamen beide ums Leben. Die beiden Münchener durften kurz nach dem Unfall wieder nach Deutschland zurückreisen.

Opfer Stunden später geborgen

Das Motorboot mit den Deutschen war Ermittlungen zufolge in der Nacht von Samstag (19. Juni) auf Sonntag mit einem Kahn kollidiert, in dem ein italienisches Pärchen aus der Region um Salò, am Westufer des Gardasees, saß. Ein Mann hatte am Sonntag das kleine Boot mit dem toten 37-Jährigen darin entdeckt. Stunden später bargen Taucher die 25 Jahre alte Frau tot aus den Tiefen des Gardasees. Rechtsmediziner untersuchten ihre Leiche, um die Todesursache festzustellen. Laut Medienberichten kamen sie zu dem Ergebnis, sie sei ertrunken.

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Die beiden Münchner hatten später angegeben, den Zusammenprall nicht bemerkt zu haben, wie es aus dem Büro ihres Anwalts hieß. Einer der beiden machte einen Alkoholtest, der negativ ausfiel. Der andere verweigerte das, da er nicht dazu verpflichtet war.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung

Zuletzt sorgte das Video einer Überwachungskamera, mutmaßlich aus der Tatnacht, für Aufregung. Darauf soll zu sehen sein, wie einer der beiden Verdächtigen beim Anlegen in einem Hafen ins Wasser fiel. Seinem Anwalt nach war der Mann durch ein abruptes Manöver ausgerutscht. Einige Medien spekulierten hingegen, dass er betrunken war. Er soll auch derjenige gewesen sein, der den Alkoholtest verweigert hatte. Die Staatsanwaltschaft in Italien ermittelt gegen die Deutschen wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung.

Die Familien der Opfer forderten Maßnahmen gegen sie, wie Ansa unter Berufung auf die Anwältinnen der Familien berichtete. Die Juristinnen begrüßten den Erlass des europäischen Haftbefehls und sagten der Nachrichtenagentur, dies sei eine „wirksame Antwort“ auf das verantwortungslose Verhalten der beiden Deutschen.

RND/dpa/nis

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