• Startseite
  • Panorama
  • Tödliche Schüsse auf Schwarzen Andrew Brown: Keine Anklage gegen US-Polizisten

Tödliche Schüsse auf Schwarzen Andrew Brown: Keine Anklage gegen US-Polizisten

  • Nach tödlichen Schüssen auf einen Schwarzen bei einem umstrittenen Polizeieinsatz in North Carolina wird es keine Anklage gegen die beteiligten Polizisten geben.
  • Durch das Verhalten von Andrew Brown sei es gerechtfertigt gewesen, das Feuer zu eröffnen, sagte der zuständige Staatsanwalt.
  • Brown sei mit seinem Auto direkt auf einen der Polizisten zugefahren und habe auf Kommandos, er solle anhalten, nicht reagiert - erst dann hätten die Polizisten geschossen.
Anzeige
Anzeige

Elizabeth City. Nach der Tötung eines Afroamerikaners durch die Polizei im US-Bundesstaat North Carolina wird gegen die an dem Einsatz beteiligten Beamten keine Anklage erhoben werden. Der Einsatz von Schusswaffen gegen Andrew Brown sei „gerechtfertigt“ gewesen, erklärte der Staatsanwalt des Bezirks Bezirk Pasquotank, Andrew Womble, am Dienstag. Brown habe sich der Festnahme widersetzt, versuchte zu fliehen und gefährdete dabei auch die Polizisten, sagte Womble zum Abschluss der Untersuchung des Vorfalls. Nach Darstellung der Familie war Brown unbewaffnet und fuhr nicht auf die Polizisten zu, als die fünf Schüsse ihn trafen, einer davon in den Hinterkopf.

Brown sollte am 21. April in der Kleinstadt Elizabeth City aufgrund von zwei Haftbefehlen wegen Drogendelikten festgenommen werden. Zudem lag ein Durchsuchungsbefehl gegen ihn vor. Die Polizeibeamten fanden Brown vor seinem Haus in seinem Wagen vor, wie der Staatsanwalt erklärte. Als ihn die Polizisten mit gezogenen Waffen festnehmen wollten, versuchte dieser zu fliehen und streifte dabei auch einen Beamten. Daraufhin hätten die Polizisten das Feuer eröffnet, erklärte Womble. Es fielen demnach 14 Schüsse. Die Handlung der Polizisten sei angesichts der Bedrohungslage „angemessen“ gewesen, sagte der Staatsanwalt. Gegen die Beamten habe es in der Vergangenheit keine Beschwerden wegen exzessiver Gewalt gegeben, fügte er hinzu.

Der Fall ereignete sich kurz nach dem aufsehenerregenden Schuldspruch gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd. Die Tötung des unbewaffneten 46-Jährigen vor knapp einem Jahr im Bundesstaat Minnesota hatte in den USA zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt. Allein im vergangenen Jahr wurden in den USA laut einer Datenbank der „Washington Post“ 243 Schwarze von der Polizei erschossen.

RND/dpa/AP

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen