Tödlicher SUV-Unfall: Ermittler schließen technischen Defekt aus

  • Nach dem schrecklichen SUV-Unfall mit vier Toten in Berlin sucht die Staatsanwaltschaft weiter nach der Ursache.
  • Technische Probleme des schweren Sportgeländewagens schließen die Ermittler inzwischen aus.
  • Der Anwalt des Unfallfahrers weist in einem Schreiben auf eine „akute gesundheitliche Notlage“ hin.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Nach dem SUV-Unfall mit vier Toten in Berlin hat die Staatsanwaltschaft technische Probleme des schweren Sportgeländewagens ausgeschlossen. "Es gibt keine Hinweise auf einen technischen Defekt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag.

Der Anwalt des 42 Jahre alten Unfallfahrers habe in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft auf eine "akute gesundheitliche Notlage" hingewiesen, sagte der Sprecher. Ob es sich um Krämpfe oder einen epileptischen Anfall gehandelt haben könnte, sagte Steltner nicht.

Die Beifahrerin des Mannes hatte laut Ermittlern direkt nach dem Unfall von einem epileptischen Anfall gesprochen. Über das Anwaltsschreiben hatte zuvor die RBB-Abendschau berichtet.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Lesen Sie auch: Tödlicher SUV-Unfall in Berlin: Fahrer-Anwalt äußert sich

Video
SUV-Unfall in Berlin - Fahrer-Anwalt gibt Stellungnahme ab
1:19 min
Der Anwalt des SUV - Fahrers der Berliner Staatsanwaltschaft einem Bericht zufolge eine erste Stellungnahme vorgelegt.  © dpa

Gegen den Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt

Der Justizsprecher erläuterte, die Frage sei, ob gesundheitliche Probleme oder eine Grunderkrankung vorhersehbar gewesen seien. Dann wäre der Unfall von strafrechtlicher Relevanz. "Wenn vorhersehbar ist, dass jemand beispielsweise Krampfanfälle bekommt, sollte er nicht Auto fahren." Zugleich betonte er aber: "Das kann jedem passieren."

Anzeige

Gegen den Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Am 6. September war sein Auto an einer Kreuzung in der Berliner Innenstadt über die Gegenfahrbahn hinweg von der Straße abgekommen. Der SUV rammte eine Ampel, überfuhr vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den vier Todesopfern war auch ein dreijähriger Junge.

An die Patientenakte des Fahrers kommt die Polizei nicht heran

Anzeige

Neue Erkenntnisse erhofften sich Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt aus sichergestellten Beweismitteln aus der Wohnung des Fahrers, der sich bislang nicht selbst äußerte. Die Wohnung war am Freitag durchsucht worden.

An die Patientenakte des Fahrers kommen die Ermittler nicht heran, weil für die Akte wegen der ärztlichen Schweigepflicht ein sogenanntes Beschlagnahmeverbot gilt. Die Papiere müssten von dem Mann selbst freigegeben werden, was er aber bislang nicht veranlasste. Die Befragung von Zeugen und die Auswertung des Bordcomputers dauern laut Staatsanwaltschaft an.

Lesen Sie auch: Warum uns der Berliner SUV-Unfall so beschäftigt

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen