Tödlicher Porsche-Unfall: “Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt”

Vier arglose Menschen auf einem Gehweg sterben, als ein schwerer SUV mitten in Berlin von der Straße abkommt. Anwohner sind schockiert, der Bezirksbürgermeister fordert ein Verbot der “panzerähnlichen Autos”.

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Berlin. Nach dem Unfall mit einem SUV in Berlin-Mitte kritisiert der zuständige Bezirksbürgermeister diese schweren Pkw-Modelle. "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt", sagte Stephan von Dassel (Grüne) am Samstag. "Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige."

Am Vorabend hatte ein Porsche Macan vier Menschen auf einem Gehweg in Mitte erfasst und tödlich verletzt. Die Unfallursache ist noch unklar, die Polizei zieht unter anderem einen medizinischen Notfall in Betracht. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einem schrecklichen Unfall. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden." Ähnlich äußerte sich von Dassel.

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SUV-Unfall mit Toten: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
1:14 min
Nach dem schweren Autounfall in Berlin-Mitte ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung. Das sagte eine Sprecherin der Polizei am Montag.  © dpa
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Vier Minuten Schweigen - eine Minute für jedes Opfer

Auch die Menschen vor Ort sind geschockt. Nico Müller hat seinen Frisörladen nahe der Straßenecke. Schon vor zwei Jahren habe es dort einen schweren Unfall gegeben, sagt er, ein Auto sei in einen Laden gefahren. „Die Leute rasen hier wie die Irren.“ Eine Tempo-30-Zone sei dringend nötig. Die Tram, die Autos, Fahrräder, Tretroller - „Das ist zuviel für diese Straße.“ Björn Möller war Zeuge des Unfalls am Freitagabend. Es habe einen lauten Knall gegeben und als er hinsah, habe er das SUV gesehen.

Den ganzen Tag über kamen am Samstag Menschen zur Unfallstelle, hielten inne, diskutierten, machten Fotos. Am Abend gab es eine Mahnwache, initiiert von Interessenverbänden, die gegen schwere SUV im Stadtverkehr argumentieren. Mehrere Hundert kamen, vier Minuten schwiegen sie – je eine Minute für jedes Todesopfer. Die evangelische Kirchengemeinde am Weinberg lud zu einer Gedenkandacht in der nahen Elisabethkirche.

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RND/dpa/seb