Tod von Sigmund Jähn: So lief seine legendäre Fahrt ins All

  • Der erste Deutsche im All, Sigmund Jähn, ist tot.
  • Auf seiner Raumfahrt im August 1978 machte der Kosmonaut zahlreiche wichtige Experimente.
  • Die Landung allerdings hinterließ bleibende Schäden.
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Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, ist tot. Der DDR-Kosmonaut starb am Samstag im Alter von 82 Jahren.

Seine Fahrt ins All gilt als legendär – und blieb nicht ohne Folgen: Denn die Landung der Kapsel zurück auf der Erde führte bei Jähn zu bleibenden Wirbelsäulenschäden. Der Schirm hatte sich nicht rechtzeitig von der Landekapsel gelöst – dadurch überschlug sich die Kapsel mehrmals und wurde durch die Steppe geschleift.

Sigmund Jähn: Experimente zur Schwerelosigkeit

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Die Raumfahrt selbst verlief etwas entspannter: Jähn flog am 26. August 1978 in der sowjetischen Raumkapsel Sojus 31 zusammen mit Waleri Fjodorowitsch Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Der Flug dauerte sieben Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und vier Sekunden.

Während der 125 Erdumkreisungen führte Jähn zahlreiche Experimente durch. Dazu zählten unter anderem Experimente zur Erdfernerkundung, aber auch medizinische Forschungen. Unter anderem untersuchte Jähn die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Sprechvermögen.

Saljut 6 blieb im All

Jähn machte zahlreiche Aufnahmen der Erdoberfläche mit der Multispektralkamera MKF-6, die von Carl Zeiss in Jena stammte. Die damals weltweit modernste Kamera dieses Typs verfügte über sechs Farbkanäle und konnte Bilder mit einer Auflösung von zehn bis 20 Metern machen.

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1978: Sigmund Jähn flog als erster Deutscher ins All. Er blieb knapp acht Tage im Weltraum.  @ Quelle: imago images/ITAR-TASS

Sojus 31 blieb als Rückkehrkapsel für die Stammbesatzung an Saljut 6 angedockt, die maßgeschneiderten Sitze wurden dann in die Rückkehrkapsel Sojus 29 umgeladen.

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Auszeichnungen für Jähn

Nach seiner Rückkehr erhielt Jähn die Auszeichnungen Held der DDR und Held der Sowjetunion. Die Kapsel wurde der Nationalen Volksarmee geschenkt. Sie ist noch heute im Militärhistorischen Museum Dresden ausgestellt, hängt dort allerdings unter der Decke und ist kaum zu sehen.

Für Sigmund Jähn blieb es die einzige Reise in den Weltraum. Nach der Einheit war er allerdings wieder für die Raumfahrt tätig – und zwar als kundiger Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Europäische Weltraumorganisation (Esa).

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RND/msc

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