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Tod von George Floyd: Staatsanwaltschaft will mehr als zwölf Jahre Haft für Ex-Polizist Chauvin

  • Durch staatliche Vorgaben in Minnesota drohen Ex-Polizist Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd maximal zwölfeinhalb Jahre Haft.
  • Die Staatsanwaltschaft möchte jedoch eine längere Haftstrafe erreichen.
  • Dafür müssten die Richter „erschwerende Gründe“ feststellen.
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Minneapolis. Die Staatsanwaltschaft hat eine höhere Bestrafung für den wegen Mordes schuldig gesprochenen Polizisten Derek Chauvin gefordert als vom Staat Minnesota vorgegeben. Chauvin habe seine Autorität als Polizeibeamter missbraucht, erklärten die Staatsanwälte in ihrem Antrag, den sie am Freitag (Ortszeit) bei Gericht einreichten. Außerdem sei das Opfer George Floyd bei der Festnahme wehrlos gewesen. Sie wollen damit erreichen, dass Chauvin länger als zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis muss.

Chauvin war am 20. April in allen Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Er hatte im vergangenen Jahr dem am Boden liegenden Schwarzen Floyd fast zehn Minuten das Knie auf den Hals gedrückt, bis er nicht mehr atmete. Nach der in Minnesota geltenden Strafprozessordnung wird sich das Strafmaß nur auf den schwerwiegendsten Anklagepunkt beziehen: Mord zweiten Grades ohne Vorsatz.

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Ex-Polizist im Prozess um George Floyd schuldig gesprochen
1:57 min
Der angeklagte Ex-Polizist Derek Chauvin wurde im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd von den Geschworenen in allen Punkten schuldig gesprochen.  © Reuters

Richter müssen für höhere Strafe „erschwerende Faktoren“ feststellen

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Nach den staatlichen Vorgaben in Minnesota könnte Chauvin eine Strafe von zwölfeinhalb Jahren bekommen, weil er nicht vorbestraft ist. Um darüber deutlich hinauszugehen, müsste Richter Peter Cahill „erschwerende Faktoren“ feststellen und selbst dann halten Experten eine Haft von mehr als 30 Jahren für unwahrscheinlich. Das Strafmaß soll am 25. Juni verkündet werden.

Die Verteidigung wehrte sich gegen eine höhere Strafe. Die Staatsanwaltschaft habe keine Gründe dafür vorgelegt, erklärte der Anwalt Eric Nelson. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht dazu, welche Strafe sie für angemessen hält.

RND/AP

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