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Tochter über Jahre zum Missbrauch angeboten: Stiefvater und Mutter in Haft

  • An dem Parkplatz einer Autobahn hat ein Mann seine Stieftochter Männern zum Missbrauch angeboten.
  • Ermittler haben nun nicht nur ihn und einen weiteren Mann hinter Gitter gesperrt - sondern auch die Mutter.
  • Ein Lastwagenfahrer brachte die Ermittlungen ins Rollen.
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Schweinfurt. Über mehrere Jahre soll ein Mann aus dem Raum Schweinfurt die Tochter seiner Lebensgefährtin schwer sexuell missbraucht und anderen Männern für sexuelle Handlungen angeboten haben. Drei Verdächtige sitzen nun in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Darunter ist auch die Mutter des Kindes - sie soll von den Taten gewusst und diese toleriert haben.

Das Mädchen soll neun Jahre alt gewesen sein, als der Lebensgefährte anfing, sie in regelmäßigen Abständen sexuell zu missbrauchen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine „Vielzahl von Fällen“, die sich von Ende 2018 bis Juli 2020 vorwiegend in der Wohnung im Raum Schweinfurt abspielten. Von dem Missbrauch wurden teilweise Bilder und Videos angefertigt.

Lastwagenfahrer brachte Ermittlungen ins Rollen

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Die Ermittlungen kamen durch einen Lastwagenfahrer ins Rollen, dem im Juli auf einem Parkplatz an der Autobahn 70 sexuelle Dienstleistungen von einem minderjährigen Mädchen angeboten worden waren. Dort soll der Mann die Tochter seiner Lebensgefährtin mehrmals gegen Geld angeboten haben. Ein bislang Unbekannter hatte das Angebot angenommen - Ermittler fahnden noch nach diesem Mann.

In mindestens zwei Fällen soll der Lebensgefährte das Kind einem 50-Jährigen, der ebenfalls aus der Region stammt, für sexuelle Handlungen angeboten haben. Dabei kam es zunächst zum Austausch von pornografischen Bildern zwischen dem Mann und dem Mädchen. Bei den anschließenden Übergriffen, die sich laut Polizei im Juli 2020 in der Wohnung des Beschuldigten ereignet hatten, soll auch der Lebensgefährte der Mutter dabei gewesen sein.

Der 50-Jährige wurde im September festgenommen und sitzt seither wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Schriften und sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen in Untersuchungshaft.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Lebensgefährten wurde eine Vielzahl von kinderpornografischen Dateien sichergestellt. Diese hatte er sich offenbar über das Internet verschafft. Der Mann wurde im August festgenommen, unter anderem wegen schwerem sexuellen Missbrauchs von Kindern in mindestens 30 Fällen sowie der Anstiftung zum schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes.

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Mutter sitzt wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch in Haft

Die Mutter des Kindes sitzt wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen in Untersuchungshaft - sie soll spätestens seit Ende 2018 gewusst haben, dass sich ihr Lebensfährte sexuell an ihrer Tochter vergeht.

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Immer wieder geraten Mütter in den Fokus der Ermittler, wenn es um sexuellen Missbrauch von Kindern geht. Sie helfen, schauen zu - oder schauen weg. In Staufen bei Freiburg bot eine Mutter ihren siebenjährigen Jungen zum sexuellen Missbrauch an und soll sich mit ihrem Lebensgefährten einzeln und gemeinsam sexuell an dem Jungen und einem dreijährigen Mädchen vergangen haben. Gegen Geld wurde er an weitere Männer vermittelt, die Teil eines Kinderpornografierings sein sollen - die Täter wendeten teilweise rohe Gewalt an, missbrauchten, quälten und erniedrigten.

Auch der Mutter einer Zwölfjährigen aus Cottbus und der Mutter eines Kleinkindes aus dem Landkreis Reutlingen sowie einer Erzieherin aus dem Landkreis Karlsruhe wird derzeit Beihilfe oder Missbrauch am eigenen Kind vorgeworfen.

RND/dpa

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