• Startseite
  • Panorama
  • Tierquälerei in Niedersachsen: Steht das Skandal-Labor jetzt vor dem Aus?

Tierquälerei in Niedersachsen: Steht das Skandal-Labor jetzt vor dem Aus?

  • In einem Versuchslabor nahe Hamburg haben Tierschützer erschreckende Aufnahmen gemacht.
  • Jetzt könnte der Fall Konsequenzen haben.
  • Kontrolleure des Landkreises Harburg haben der Einrichtung einen Besuch abgestattet.
Anzeige
Anzeige

Neu Wulmstorf. Die Aufnahmen sind kaum zu ertragen: Blutverschmierte Hunde, verletzte Katzen und Affen, die zwischen Metallgerüsten eingequetscht sind. All das haben Tierschützer in einem Versuchslabor nahe Hamburg dokumentiert und vor einigen Tagen veröffentlicht.

Entstanden sind die Aufnahmen nach Angaben der Soko Tierschutz im Labor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Mienenbüttel (Niedersachsen), in dem Versuche mit Giftstoffen an Tieren vorgenommen werden.

Wie das Magazin „Deine Tierwelt“ berichtet, könnte der Fall jetzt Konsequenzen haben. Bei einer unangekündigten Kontrolle Mitte vergangener Woche habe der Landkreis Harburg das Versuchslabor des Unternehmens durchsucht und dabei ebenfalls Verstöße gegen den Tierschutz registriert. Die Kontrolle habe „den konkreten Verdacht strafrechtlich relevanter Handlungen ergeben“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Nach Informationen von „Deine Tierwelt“ wurde bei der aktuellen Kontrolle unter anderem festgestellt, dass 44 Affen in viel zu kleinen Käfigen gehalten werden. Dadurch, so das Veterinäramt, „wurde den Affen anhaltendes und erhebliches Leid zugefügt. Zudem waren die Affen zum Zeitpunkt unserer aktuellen Kontrolle nicht als Versuchstiere eingesetzt. Sie hätten demnach nach den Regelungen des Tierschutzes und nicht nach den Regelungen für Tierversuche gehalten werden müssen.“

Tierschützer fordern Aufklärung des Falls

Auch die Genehmigungsbehörde Laves (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) habe bereits bei der Staatsanwaltschaft Stade Strafanzeige gegen LPT wegen Verdachts auf strafrechtlich relevante Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorschriften erstattet.

Anzeige

Die Tierschützer der Soko Tierschutz fordern eine Aufklärung des Falls: „Jedes Jahr werden Hunderttausende Tiere in Europa für regulatorische, toxikologische Tests vorsätzlich vergiftet. Unsere Recherche enthüllt entsetzliches Tierleid, unzulängliche Pflege der Tiere, schlechte Praktiken und Brüche europäischen und deutschen Rechts“, so Michelle Thew von Cruelty Free International.

Bislang hatten die Behörden die Zustände bei Kontrollen offenbar nie beanstandet.

Anzeige

RND/msc