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Tiefe Krisen, große Emotionen: Das sind die Nominierungen für das „World Press Photo“

  • Für die Wahl zum „World Press Photo 2021″ sind die sechs Nominierten bekanntgegeben worden.
  • Die Bilder der Fotografinnen und Fotografen zeigen Motive der Klimakrise, des Krieges, des Kampfes um Menschenrechte – und natürlich Corona.
  • Die Pandemie hat indes den Wettbewerb in finanzielle Bedrängnis gebracht.
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Amsterdam. Sechs bedrückende Motive haben es in die Endauswahl für das „World Press Photo 2021“ geschafft. Sechs Fotografinnen und Fotografen aus fünf Ländern sind für den Hauptpreis nominiert. Die Bilder zeigten eine Vielfalt an Themen, die aktuell die Welt bewegten, begründete die Jury des Wettbewerbs am Mittwoch in Amsterdam ihre Auswahl.

Die Juroren zeigten sich beeindruckt von der erzählerischen Kraft der eingereichten Fotos. „Zu den Nominierten gehörten bemerkenswerte Geschichten von Hoffnung, Widerstandsfähigkeit und sozialem Wandel“, sagte die Direktorin der Stiftung World Press Photo, Joumana El Zein Khoury.

Luis Tato: Fighting Locust Invasion in East Africa

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Zum Beispiel das Bild von Henry Lenayasa, einem Samburu und Häuptling der Siedlung Archers Post im Norden Kenias: Auf dem Foto (Artikelbild) des spanischen Fotografen Luis Tato versucht Lenayasa, einen Heuschreckenschwarm zu verscheuchen – ein augenscheinlich aussichtsloser Kampf gegen diese Naturgewalt, die im vergangenen Jahr wiederholt zu schweren Ernteausfällen in mehreren afrikanischen Ländern führte.

Evelyn Hockstein: Lincoln Emancipation Memorial Debate

Evelyn Hockstein: Lincoln Emancipation Memorial Debate © Quelle: Evelyn Hockstein/For The Washing

Die amerikanische Fotografin Evelyn Hockstein ist mit einem Foto zum Streit um eine Lincoln-Statue in den USA nominiert. Ihr Bild zeigt eine Diskussion zwischen Anais (26), die in Washington mit einem Mann streitet, der für den Erhalt der Statue plädiert. In den USA, aber auch in anderen Ländern ist durch die Black-Lives-Matter-Proteste ein Streit darüber entbrannt, ob Denkmäler, die etwa Personen zeigen, die mit Sklaverei in Verbindung stehen, erhalten bleiben dürfen.

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Valery Melnikov: Leaving Home in Nagorno-Karabakh

Valery Melnikov: Leaving Home in Nagorno-Karabakh © Quelle: Valeriy Melnikov/World Press Pho
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Der russische Fotograf Valery Melnikov bildete eine armenische Flüchtlingsfamilie aus der Konfliktregion Nagorny-Karabach ab. Das Foto zeigt Anaik und Azat Gevorkyan mit ihrem Kleinkind, kurz bevor sie ihr Haus verlassen, um vor dem Krieg zu fliehen, den Armenien und Aserbaidschan um die Region austragen.

Oleg Ponomarev: The Transition: Ignat

Oleg Ponomarev: The Transition: Ignat © Quelle: Oleg Ponomarev/World Press Photo

Oleg Ponomarev, ebenfalls Fotograf aus Russland, kam mit dem Foto einer Transgenderperson in die engere Auswahl für das „World Press Photo 2021″. Transgender, Schwule und Lesben und weitere sexuelle Minderheiten sehen sich in Russland verstärkt Repressionen ausgesetzt.

Mads Nissen: The First Embrace

Mads Nissen: The First Embrace © Quelle: Mads Nissen/Politiken/ Panos Pi/
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Der dänische Fotograf Mads Nissen fotografierte in Sao Paulo, Brasilien, eine alte Frau, die dank eines sterilen Plastikumhangs erstmals seit Monaten wieder umarmt werden konnte. Krankenschwester Adriana Silva da Costa Souza kam der alten Dame dabei so nahe, wie Corona es erlaubte. Brasilien wird von der Pandemie seit Monaten schwer getroffen. Mehr als eine Viertel Million Menschen sind bereits im Zusammenhang mit dem Virus verstorben.

Lorenzo Tugnoli: Injured Man After Port Explosion in Beirut

Lorenzo Tugnoli: Injured Man After Port Explosion in Beirut © Quelle: Lorenzo Tugnoli/The Washington P

Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut ist Thema des nominierten Fotos des Italieners Lorenzo Tugnoli. Ein verletzter Mann steht nach einer Explosion auf dem zerstörten Geländes des Hafens.

Corona stürzt Wettbewerb in finanzielle Nöte

An dem Wettbewerb hatten sich mehr als 4300 Fotografen aus 130 Ländern mit mehr als 74.000 Fotos beteiligt. Die sechs Nominierten für den Hauptpreis werden ausführlich auf der Website der Stiftung World Press Photo vorgestellt. Deutsche Fotografen wurden nicht nominiert. Preise werden in insgesamt acht Kategorien vergeben – dem Weltpressefoto des Jahres und sieben weiteren. Die Preisträger sollen am 15. April in Amsterdam bekannt gegeben werden.

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Die Corona-Pandemie hat auch den Wettbewerb in finanzielle Bedrängnis gebracht, wie eine Sprecherin mitteilte. Da zahlreiche Ausstellungen mit den Siegerfotos aus dem vergangenen Jahr annulliert worden waren, gingen Einnahmen stark zurück. Als eine Folge wurde das Preisgeld für den Sieger um die Hälfte auf 5000 Euro gesenkt, wie die Sprecherin sagte.

RND/ytk/dpa

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