Tausende Riesenmammutbäume in Kalifornien verbrannt

  • Der Kampf der Feuerwehr um die bekanntesten Mammutbäume Kaliforniens ging im Sommer um die Welt.
  • In vielen Fällen waren Einsatz und Einfallsreichtum jedoch vergebens.
  • Bis zu 14.000 der riesigen Bäume sind verbrannt.
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Los Angeles. Bei Waldbränden in Kalifornien sind binnen zwei Jahren schätzungsweise bis zu gut 14.000 riesige Mammutbäume verbrannt. Damit sei fast ein Fünftel des Bestandes der größten Bäume der Welt vernichtet worden, teilten die Behörden am Freitag mit. In diesem Jahr seien im Sequoia Nationalpark und in angrenzenden Wäldern zwischen 2261 und 3637 Mammutbäume verbrannt. Im vergangenen Jahr seien es zwischen 7500 und 10.400 gewesen, wobei es dafür noch keine endgültigen Zahlen gebe.

Insgesamt gab es etwa 75.000 Riesenmammutbäume, die auch Giant Sequoia genannt werden und in der Natur nur an der Westseite der Sierra Nevada wachsen. Die Bäume galten einst als nahezu feuerfest. Dass jetzt binnen kurzer Zeit so viele von ihnen verbrannt sind, demonstriert die Folgen des Klimawandels. Hitze und Dürre, kombiniert mit dichtem Unterholz, das in einem Jahrhundert erfolgreicher Brandverhinderung in den Wäldern wucherte, haben Rekordbrände befeuert, die jetzt für Tausende Bäume aus Urzeiten das Ende bedeuteten.

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Im vergangenen Jahr hatten zwei Brandkomplexe die Feuerwehr überrascht und so viele Mammutbäume vernichtet, dass die Behörden zu außergewöhnlichen Maßnahmen griffen, um in diesem Jahr die größten und ältesten Exemplare zu retten, unter ihnen der Sequoia namens General Sherman, das größte lebende Gewächs der Welt. Ihre bis zu 60 Meter hohen Kronen wurden mit einer Art Brandschutzgel überzogen, die Stämme mit Wasser begossen, brennbares Material aus der Umgebung fortgeräumt. Im Giant Forest des Sequoia Nationalparks funktionierte das, doch an anderen Stellen waren solche Vorkehrungen nicht möglich. Mehrere dieser Haine wurden größtenteils zerstört.

„Ich bin nicht bereit, die Riesensequoias aufzugeben“

„Die traurige Wahrheit ist, dass wir einen weiteren großen Verlust eines endlichen Bestandes dieser malerischen Bäume zu verzeichnen haben, die über viele Generationen nicht ersetzt werden können“, sagte der Verwalter der Sequoia und Kings Canyon National Parks, Clay Jordan. „So spektakulär diese Bäume aussehen, wir können sie wirklich nicht als selbstverständlich betrachten.“

Allerdings können Brände bei der Fortpflanzung der Mammutbäume helfen. Sie beseitigen das Unterholz und wenn die Flammen nicht allzu heiß sind, sorgen sie dafür, dass sich die Zapfen der Sequoias öffnen und die Samen auf den frei gebrannten Boden fallen lassen. Ist das Feuer jedoch zu heiß, werden die Samen zerstört. Deswegen überlegen die Nationalparks jetzt erstmals, Setzlinge zu pflanzen, damit auch noch die Kinder, Enkel und Urenkel der Mitarbeiter Mammutbäume bestaunen können. „Ich bin nicht bereit, die Riesensequoias aufzugeben“, sagte die Wissenschaftlerin Christy Brigham, die zwei Parks managt.

RND/AP

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