Tafeln in Sachsen-Anhalt bieten Not- und Lieferdienste an

  • Einige Tafeln müssen während der Corona-Krise vorübergehend schließen.
  • Das ist ein großes Problem für Obdachlose und andere Menschen, die auf die Hilfe angewiesen sind.
  • Deswegen bieten Tafeln in Sachsen-Anhalt nun Not- und Lieferdienste an.
Anzeige
Anzeige

Magdeburg. Angesichts der Corona-Krise bieten einige Tafeln in Sachsen-Anhalt nun Not- und Lieferdienste für bedürftige Menschen an. Auch bereits vorübergehend geschlossene Tafeln, im Harz und in Schönebeck, sind "mittlerweile eingeschränkt wieder am Netz und versuchen mit gespendeten Lebensmitteln speziell Risikogruppen zu helfen", wie der Landesvorsitzende der Tafeln in Sachsen-Anhalt, Andreas Steppuhn, am Donnerstag in Magdeburg mitteilte. "Die meisten Tafeln trotzen der schwierigen Lage." Dennoch gebe es vorübergehende Schließungen, aktuell bei den Tafeln in Halle, Stendal, Egeln sowie der Wärmestube Caritas in Halberstadt.

Die meisten Tafeln hätten sich darauf eingestellt, ihre Kunden aus Fenstern und im Freien zu versorgen, sagte Steppuhn. Der Schutz der Helfer und Tafelkunden stehe im Vordergrund. Gut sei auch, dass eine Zusammenarbeit mit Freiwilligendiensten und Nachbarschaftsinitiativen entstanden sei. Steppuhn fügte hinzu: "Ich selbst hätte vor zwei Wochen, als die ersten Schließungsmeldungen gehäuft kamen, nicht erwartet, dass die Tafeln vor Ort zu solch einem festen Anker in der Krise werden." Ein Problem sei jedoch nach wie vor, dass die Lebensmittelspenden stark zurückgehen. Teilweise kommen bei den Tafeln 30 bis 40 Prozent weniger an Spenden an. Spenden seien gerade jetzt willkommen.

32 Tafeln mit rund 100 Ausgabestellen in Sachsen-Anhalt

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Es gibt 32 Tafeln mit rund 100 Ausgabestellen in Sachsen-Anhalt. Dort engagieren sich aktuell rund 800 Menschen ehrenamtlich. Knapp 50.000 bedürftige Menschen nutzen das Angebot der Tafeln im Land in regelmäßigen und unregelmäßigen Abständen.

Video
Frauenhaus berichtet von Zunahme häuslicher Gewalt
1:00 min
Schon jetzt brauche man nach Angaben eines Mannheimer Frauenhauses finanzielle Zusicherungen für mehr Kapazitäten und Personal.  © Reuters

RND/epd

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen