• Startseite
  • Panorama
  • Trotz Corona-Fällen auf Sylt: Landkreis zufrieden mit Tourismusmodellprojekt

Trotz Corona-Fällen auf Sylt: Landkreis zufrieden mit Tourismusmodellprojekt

  • Am 1. Mai öffnete die Nordseeinsel Sylt im Rahmen eines Modellprojekts erstmals wieder für Touristen.
  • Seither kam es zu mehreren Corona-Ausbrüchen auf der Insel, weshalb ein betroffener Gastronom zuletzt Vorwürfe im Zusammenhang mit der Öffnungspolitik erhob.
  • Der zuständige Kreis Nordfriesland zeigt sich dagegen zufrieden.
Jens Strube
|
Anzeige
Anzeige

Husum. Als Teil der Modellregion Nordfriesland können Touristen bereits seit dem 1. Mai wieder nach Sylt reisen. Nachdem in der vergangenen Woche dort elf Mitarbeiter aus zwei Restaurants positiv auf Corona getestet und über 1100 Kontaktpersonen ermittelt wurden, machte einer der betroffenen Gastronomen gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) die zu schnelle Öffnungspolitik dafür verantwortlich. Es habe einen „unkontrollierten Ansturm auf die Insel“ gegeben, der „kaum zu bewältigen gewesen“ wäre. Nun hat der zuständige Kreis Nordfriesland Stellung zu den Vorwürfen bezogen – und spricht von einem erfolgreichen Re-Start.

„Zielsetzung des Modellprojektes war es, eine verantwortbare Reaktivierung des Tourismus unter Berücksichtigung eines nachhaltigen Infektionsschutzes zu ermöglichen“, teilt eine Sprecherin des Landkreises auf RND-Nachfrage mit und unterstreicht: „Dies ist gelungen.“ Sie betont, der Inzidenzwert in der Region habe während der gesamten Zeit des Modellprojekts keinmal über 50 gelegen. „Dies wäre die erste Marke gewesen, an der über einen Abbruch nachzudenken gewesen wäre.“ Viel mehr blieben die Werte darunter, in den vergangenen 14 Tagen sogar durchgehend unter 35.

Wissenschaftliche Ergebnisse der Modellregion werden aktuell ausgewertet

Anzeige

Wegen der ersten positiven Erkenntnisse aus den Modellprojekten im Land hatte Schleswig-Holstein seine Verordnung hinsichtlich des Tourismus am 17. Mai gelockert. Die einzelnen Modellregionen wurden an dem Tag in die Landesverordnung überführt, sodass seither die Regelungen des Landes gelten. „Die Auswertung der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts Nordfriesland ist derzeit in Arbeit“, so die Sprecherin. Teilnehmende Gastro- und Beherbergungsbetriebe mussten bis zum 16. Mai täglich Daten an den Kreis melden, Teststellen bis zum 31. Mai.

Anzeige

Warum sich die Region überhaupt für ein Modellprojekt beworben hat? „Die Insel Sylt wie auch viele andere Orte im Kreis Nordfriesland leben vom Tourismus“, erklärt die Sprecherin. Viele Betriebe hätten vor dem Start der Modellregion wegen massiver Einnahmeausfälle eine schnellstmögliche Öffnung gefordert. Als Schleswig-Holstein die Option zur Durchführung von Modellprojekten erlaubte, habe der Kreis Nordfriesland einen Antrag gestellt. Die Auflagen zu Hygienekonzepten sowie zu den Abläufen innerhalb der Betriebe und Testverfahren und -kapazitäten habe eine Expertenrunde detailliert geklärt.

„Eine Testpflicht nur für Urlauber verstößt gegen das Gleichbehandlungsgebot“

Anzeige

Gerade die Teststrategie hatte der betroffene Gastronom infrage gestellt und kritisiert, dass Touristen ihre Nachweise aus den Heimatregionen erst im Hotel oder im Restaurant vorweisen müssten. Sein Vorschlag: Den Vorteil einer Insel nutzen und die Leute erst nach Sylt lassen, wenn sie unmittelbar vor der Abfahrt auf die Insel negativ getestet wurden.

Das Problem: „Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage“, erklärt die Kreissprecherin. Das Betreten der Insel inklusive aller öffentlichen Bereiche wäre an einen Schnelltest gebunden – auch für Einheimische. „Eine Testpflicht nur für Urlauber verstößt gegen das Gleichbehandlungsgebot.“ Entsprechend sei die Regelung nur für eng umgrenzte Bereiche „zulässig“ und „verhältnismäßig“, wie etwa für Restaurant- oder Hotelbesuche.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen