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„Experiment schnellstmöglich beenden“

Sylts Bürgermeister hält das 9-Euro-Ticket für „Schwachsinn“

Ein Gruppe Punker feiert in der Fußgängerzone von Westerland auf Sylt.

In sozialen Medien war die Insel Sylt zum Traumziel der Reisenden mit dem 9-Euro-Ticket beschworen worden, am Pfingstwochenende hatten dann tatsächlich Gruppen von Punks, die teilweise tagelang auf der Insel waren, bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Pfingsten ist inzwischen lange vorbei, der Geduldsfaden sei aber bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern der Insel noch angespannt, sagte Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) jetzt dem Portal „t-online“. „Wir erhalten sehr viele Beschwerden von Gewerbetreibenden und anderen Gästen.“

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Das vom Bund beschlossene 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr, das Sylt teilweise deutlich mehr Reisende beschert als üblich, hält Häckel für „Schwachsinn“. „Die Regionalzüge sind auch so schon zu voll und unpünktlich, außerdem ist Corona auch noch da. Dass genau jetzt noch mehr Leute in überfüllte Züge gelockt werden sollen, ist der völlig falsche Weg, um Werbung für den ÖPNV zu machen“, so der Bürgermeister. Seine Forderung: „Dieses Experiment sollte schnellstmöglich beendet werden.“

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel.

Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel.

Insgesamt schätzt er die Situation auf Sylt allerdings „deutlich entspannter als befürchtet“ ein. Viele der Punks, die sonst nicht auf Sylt zu sehen seien, würden gerne ein bisschen provozieren wollen, sagte er „t-online“. „Jeder muss überlegen: Warum lasse ich mich provozieren?“ Er selbst lasse das nicht an sich heran. Die Beschwerden nehme er nichtsdestotrotz ernst: „Wir haben hier so ein bisschen eine heile Welt, da ist das natürlich ein überraschendes Bild.“

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150 Punker reisten nach Sylt

Etwa 150 Punkerinnen und Punker waren über Pfingsten nach Sylt gereist. Mit ihnen habe es Gespräche gegeben, sie würden sich im Rahmen benehmen, hatte ein Polizeisprecher an dem Wochenende gesagt. Insgesamt sei es eine normalen Einsatzlage gewesen.

Ein Punker erklärte damals im NDR Schleswig-Holstein Magazin, sie seien gekommen, „weil uns gesagt wurde, dass wir hier nicht erwünscht sind, und wir das halt so sehen, dass wir genau das gleiche Recht haben wie alle anderen Menschen, hier zu sein, und deswegen sind wir hier.“ Ein anderer Reisender mit Bierdose und Trainingsjacke hatte erklärt: „Wir wären niemals auf die Idee gekommen, nach Sylt zu fahren, wenn Sylt nicht so geschrien hätten, wir wollen euch hier nicht haben.“

RND/seb/dpa

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