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Sturz in Brunnenschacht: Starb Julen (2) erst durch die Rettungsarbeiten?

Mitte Januar stürzte der kleine Julen bei Málaga in einen illegalen Brunnenschacht. Jetzt legten die Anwälte einen Bericht vor, der eine Wende in dem Fall bringen könnte: Er legt die Vermutung nahe, dass der Zweijährige erst bei den Rettungsarbeiten ums Leben kam.

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Totalán. Mitte Januar stürzte der zweijährige Julen in der Nähe von Málaga in einen 107 Meter tiefen Brunnenschacht. Die Rettungsmaßnahmen des Zweijährigen gingen nur schleppend voran – knapp zwei Wochen bangten die Eltern um ihren Sohn. Dann die traurige Gewissheit: Julen kam bereits bei dem Sturz in die Tiefe ums Leben. Oder doch nicht?

Die Anwälte von David Serrano, dem die Finca gehört, auf der Julen in den Brunnenschacht fiel, sollen ein neues Gutachten vorgelegt haben. Mit dem Bericht wollen sie beweisen, dass Julen nicht infolge des Sturzes, sondern erst durch die Rettungsmaßnahmen ums Leben kam – das berichtet unter anderem die spanische Zeitung "El País".

Starb Julen am Einsatz einer Spitzhacke?

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Laut "Europa Press" lasse der Bericht die Annahme zu, dass der Tod des Kindes "während der Rettungsarbeit aufgetreten sein könnte". Konkret wird der Einsatz der Spitzhacken wenige Stunden nach Julens Sturz erwähnt. Der Junge weise demnach Verletzungen auf, die auf den Einsatz des Werkzeuges zurückzuführen seien.

"Der Einsatz mit der Spitzhacke, insgesamt zehn Schläge, zwischen 17.30 und 21 Uhr am Unglückstag, ist das Einzige, was die Verletzungen des Kopfes und des Schädels des Kindes verursachen konnte", wird aus dem Bericht zitiert. Zudem seien Haare von Julen an dem Werkzeug gefunden worden. Die Spitzhacke war von den Einsatzkräften genutzt worden, um einen Erdklumpen zu lockern, der den Schacht blockierte.

Der Bericht gehe davon aus, dass Julen „in den ersten Augenblicken nach seinem Sturz“ zunächst unter einer Erdschicht von „zehn bis 15 Zentimetern Dicke“ lag. Mit der Spitzhacke sei der Erdklumpen mindestens um 35 Zentimeter durchdrungen worden, wie „Europa Press“ zitiert.

Einsatzleiter verteidigt das Vorgehen bei Julens Rettung

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Der Einsatzleiter der Guardia Civil, Salvador Jiménez, verteidigt gegenüber „Europa Press“ das Vorgehen der Einsatzkräfte. „Von dem ersten Moment an“, als er sich der Rettung anschloss, habe er dafür gesorgt, dass „es keine Ruhe gab“ und dass alle Beteiligten mit „den besten Absichten für Julen“ gehandelt hätten.

Der Zweijährige war am 13. Januar bei einem Familienausflug in den illegalen Brunnenschacht gestürzt. Seine Eltern gaben an, das Kind kurz nach seinem Sturz noch weinen gehört zu haben. Trotz des unermüdlichen Einsatzes hunderter Helfer konnte der Junge nur tot geborgen werden. Er wurde neben seinem 2017 verstorbenen Bruder beigesetzt.

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Von RND/mat