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  • Sturmflut in Hamburg: Sturmtief "Sabine" lässt Elbe über Ufer treten

„Sabine“ fegt über Hamburg hinweg: Zwei Sturmfluten an der Elbe erwartet

  • Das Tief „Sabine“ hat Hamburg schwere Sturmböen gebracht, aber kaum größere Schäden angerichtet.
  • Flugreisende müssen sich jedoch in Geduld üben.
  • Und an der Elbe soll es zwei Sturmfluten in Folge geben.
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Hamburg. Das Sturmtief "Sabine" hat der Hamburger Feuerwehr in der Nacht zum Montag hunderte Einsätze beschert und den Verkehr beeinträchtigt. Es gab aber nur wenige größere Schäden. Bei einem Unfall auf der A1 wurden zwei Menschen leicht verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr waren sie mit ihrem Auto nahe der Anschlussstelle Harburg gegen einen umgerissenen Baum gefahren.

Im Stadtteil Blankenese stürzte am Sonntag eine Kastanie in ein Einfamilienhaus. Das Dach und zwei Wände seien eingestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Eigentümerin sagte, sie habe den Baum längst fällen lassen wollen, doch die Behörden hätten die Anträge immer wieder abgelehnt, den letzten im Januar. Gutachter hätten bestätigt, dass die Kastanie schwer beschädigt und krank gewesen sei. Der umstürzende Baum habe eine vorbeifahrende Polizeistreife nur um Sekunden verfehlt.

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Rund 350 Unwettereinsätze am Montagmorgen

In Lurup brach nach Feuerwehrangaben ein Baum in 15 Metern Höhe ab, das 2,5 Tonnen schwere Baumteil fiel ebenfalls auf ein Haus. Auch hier wurde niemand verletzt. Umgekippte Bäume oder heruntergerissene Äste behinderten auch den Verkehr auf der U1. Eine Bahn der U2 fuhr nahe der Station Hammer Kirche gegen einen Baum. Die 65 Fahrgäste blieben unverletzt.

Am Montag verkehrten U- und S-Bahnen wieder normal, wie Sprecher der Unternehmen sagten. Auch die in der Nacht gesperrte Köhlbrandbrücke war seit dem Morgen wieder befahrbar. In Winterhude beschädigte der Sturm die Dächer von zwei Häusern. Zahlreiche Wahlplakate wurden umgeweht. Die Feuerwehr zählte insgesamt rund 350 Unwettereinsätze bis zum Montagmorgen.

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Gefahr von Bäumen für Laien nicht immer erkennbar

Am Hamburger Flughafen dauerten die Störungen am Montag an. Rund ein Drittel der 360 Starts- und Landungen wurden gestrichen. Eine Sprecherin sagte am Nachmittag: "Der Flugverkehr scheint sich zu normalisieren." Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass auch am Dienstag noch Flüge abgesagt würden.

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Die Hamburger Verkehrsbehörde warnte vor dem Betreten der Wälder. Die Auswirkungen des Sturms seien noch nicht abschätzbar, hieß es. Die Mitarbeiter der Forstverwaltung konnten die Schäden bislang nicht begutachten, weil sie sich aus Arbeitsschutzgründen nicht länger in den Wälder aufhalten dürften. Die von Bäumen ausgehenden Gefahren seien für Laien nicht immer erkennbar. Die am Sonntag geschlossenen Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf wurden am Montag wieder geöffnet.

Hamburg: Sturmfluten für Dienstagmorgen erwartet

Für Montagnachmittag und Dienstagmorgen erwartete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Sturmfluten. Der Scheitelpunkt gegen 17.30 Uhr werde in St. Pauli 2,00 bis 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen, gegen 5.45 Uhr am Dienstag etwa 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser. Vermutlich werde das Wasser den Fischmarkt überschwemmen. Die Feuerwehr rief Autofahrer auf, ihre Fahrzeuge aus den tiefer gelegenen Gebieten an der Elbe wegzufahren.

Der Deutsche Wetterdienst sagte für Hamburg anhaltendes wechselhaftes Schauerwetter voraus. Es könne stürmische Böen, vereinzelt auch schwere stürmische Böen geben. In der Nacht zum Montag hatte Tief "Sabine" an der Messstation am Flughafen Windgeschwindigkeiten bis zu 93 km/h erreicht, was der Windstärke 10 entspricht.

RND/dpa

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