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Sturm „Goran“ fegt über Deutschland – Überschwemmungen in England

  • Sturm „Goran“ hat für erste Schäden in Deutschland gesorgt.
  • In NRW wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, in Niedersachsen kam es zu Unfällen.
  • In Großbritannien mussten Menschen wegen Hochwassergefahr ihre Häuser verlassen.
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Manchester. Sturm „Goran“ trifft auf Deutschland: Seit dem frühen Donnerstagmorgen ist es in weiteren Teilen des Landes stürmisch, der Wetterdienst warnt vor hohen Windgeschwindigkeiten und herabfallenden Ästen oder Gegenständen.

In Niedersachsen führten die Sturmböen zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr. Nahe Riepe im Landkreis Aurich wurde ein kleinerer Lastwagen von einer Sturmböe erfasst und in den Straßengraben geschleudert, wie eine Polizeisprecherin in Aurich mitteilte. Der Fahrer wurde verletzt. Die aufwendige Bergung des Fahrzeuges habe mehrere Stunden gedauert.

Auch abgebrochene Äste, umgekippte Bäume und verschmutzte Fahrbahnen störten seit dem Donnerstagmorgen den Verkehr in Ostfriesland, wie eine Polizeisprecherin in Leer mitteilte. Bei Rhauderfehn krachte ein größerer Ast vor das fahrende Auto einer Frau. Insgesamt rückte die Polizei allein in Ostfriesland zu mehr als 30 Einsätzen aus.

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In der Samtgemeinde Dörpen im Emsland landete ein Fahrer mit seinem Auto ebenfalls in einem Straßengraben, als er einem umstürzenden Baum auswich. Er blieb unverletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Zudem löste der starke Wind Teile der Fassade und des Daches eines Bullenstalls und schleuderte diese auf eine nahegelegene Bundesstraße. Auch bei diesem Einsatz wurde aber niemand verletzt.

Bahnverkehr in NRW eingeschränkt

In Nordrhein-Westfalen war auch der Bahnverkehr betroffen. Wegen umgestürzter Bäume zwischen Oberhausen und Emmerich wurden Fernverkehrszüge umgeleitet. Die Bäume hatten die Gleise blockiert. Betroffen war die ICE-Verbindung zwischen Köln und Amsterdam. Die Züge hatten laut Deutscher Bahn etwa 45 Minuten Verspätung. Die Halte in Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen und Arnhem entfielen.

Im Märkischen Kreis blockierten Bäume mehrere Straßen. Insgesamt zählte die Polizei dort 23 wetterbedingte Einsätze. In Düsseldorf war die Feuerwehr laut einem Sprecher wegen abgebrochener Äste, umgekippter Bauzäune und herabgefallener Dachziegel im Einsatz. In Voerde im Kreis Wesel wurde eine Telefonleitung beschädigt. In Oberbruch im Kreis Heinsberg stürzte eine Laterne auf ein parkendes Fahrzeug. In Lotte im Kreis Steinfurt zerlegte der Sturm eine Holzhütte auf einem Baumarktgelände. Auch in Köln, Dortmund, Münster, Euskirchen, Krefeld oder Paderborn kam es zu zahlreichen Einsätzen.

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Die schnellste schwere Sturmböe verzeichnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Morgen in Geilenkirchen (Kreis Heinsberg) mit 100 Kilometer pro Stunde. Ähnlich starke Böen wurden auch in Ahaus und Münster (98 Kilometer pro Stunde) und Düsseldorf (95) gemessen, wie der DWD-Meteorologe Bernd Hussing in Essen sagte.

Hochwassergefahr in Großbritannien

Im Nordwesten Englands und in Wales mussten in der Nacht zu Donnerstag zahlreiche Menschen wegen Hochwassergefahr ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Sturm „Goran“ brachte starke Regen- und Schneefälle im Großraum Manchester und im Norden von Wales. An mehreren Flüssen wurden „gefährlich hohe Wasserstände“ gemessen.

Entlang der Flüsse Mersey und Bollin wurde in vier Orten die höchste Warnstufe ausgegeben. Dort bestehe durch Überschwemmungen Lebensgefahr, so die britische Umweltbehörde. Für 200 weitere Orte wurden ebenfalls Warnungen ausgegeben.

Deutschland von „Goran“ weniger betroffen

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Im Laufe des Donnerstags dürfte sich Sturm „Goran“ zum Orkan entwickeln. Vor allem entlang der Nordseeküste treten sehr hohe Windgeschwindigkeiten auf. Der Orkan wird England, Schottland und Wales hart treffen. Der britische Wetterdienst, Met Office, warnt vor einer „lebensbedrohlichen“ Lage.

Deutschland dürfte derweil mit einem blauen Auge davonkommen. Über den Bergspitzen werden Orkanböen von 120 km/h erwartet – die ganz große Unwetterlage ist in Deutschland jedoch nicht zu erwarten.

RND/msc/dpa

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