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Sturm „Eugen“ fegt über Deutschland: Autobahn gesperrt, Behinderungen im Bahnverkehr

  • Sturmtief „Eugen“ pustet Deutschland kräftig durch.
  • Vielerorts melden Einsatzkräfte erste Schäden, auch auf den Bahnverkehr hat der Sturm Auswirkungen.
  • Bis sich das Wetter wieder beruhigt, dauert es wohl noch.
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Hannover. Sturmtief „Eugen“ sorgt am Mittwoch in weiten Teilen Deutschlands für kräftige Sturmböen. In Nordrhein-Westfalen kam es im regionalen Bahnverkehr zu Behinderungen. Die A 44 musste zwischen dem Kreuz Holz und dem Dreieck Jackerath voll gesperrt werden. In Kiel (Schleswig-Holstein) stürzte ein Kran auf ein Gebäude, in Bad Oeynhausen (NRW) riss der Sturm ein Corona-Testzelt aus der Verankerung.

Vom Sturm umgewehte Bäume sowie Gegenstände in der Oberleitung oder auf den Gleisen behinderten den regionalen Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen. Auf mehreren Strecken kam es wegen zeitweiliger Sperrungen zu Verspätungen und Zugausfällen. Das von Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeinsam betriebene Portal zuginfo.nrw verzeichnete am Nachmittag allein elf betroffene S-Bahn-, RB- und RE-Linien in allen Landesteilen. Meistens waren Bäume auf die Gleise gestürzt.

A 44 zwischen Kreuz Holz und Dreieck Jackerath voll gesperrt

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Auch Autofahrer haben mit den Folgen des Sturms zu kämpfen. Wegen starker Sturmböen wurde am Dienstagnachmittag die A44 zwischen dem Kreuz Holz und dem Dreieck Jackerath aus Sicherheitsgründen in beiden Richtungen zeitweise voll gesperrt. Erst als der Wind abflaute, wurde die Strecke am Abend wieder frei gegeben, wie eine Sprecherin der Autobahnpolizei Düsseldorf sagte. Zuvor war auf dem Abschnitt in Fahrtrichtung Aachen ein Sattelauflieger umgeweht worden. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei war dies nicht der erste derartige Vorfall auf dem neben dem Braunkohletagebau liegenden Autobahnabschnitt.

Auf einer Landstraße im Oberbergischen Kreis (NRW) wurde am Dienstagmorgen im Sturm der Wagen eines 23-jährigen Autofahrers von einem umgewehten Baum getroffen. Der eingeklemmte Mann musste von der Feuerwehr befreit werden. Verletzt kam er ins Krankenhaus, wie die Kreispolizei berichtete. Der Baum hatte den Wagen im vorderen Bereich auf der Motorhaube getroffen. Auch die Windschutzscheibe wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Die Stangen eines zerstörten Corona-Testzentrum liegen auf einem Parkplatz. © Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Die Zelte eines Corona-Drive-in-Testzentrums wehten heftige Sturmböen am Dienstagmorgen in Bad Oeynhausen um. Sie seien buchstäblich aus den Ankern gerissen worden, teilte die Polizei mit. Eines der Zelte blieb zwischen einer Straßenlaterne und einem Baum hängen und verkeilte sich dort in mehreren Metern Höhe. Das Gestänge sei verbogen und vermutlich unbrauchbar. Verletzt worden sei niemand.

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Der Sturm sorgte unter anderem im NRW-Kreis Minden-Lübbecke für zahlreiche Einsätze. In Minden stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto. Die Polizei rückte auch wegen umherwirbelnder Gegenstände aus - darunter ein mobiles Klo und ein Trampolin. Mehrere von den Mühlenkreiskliniken betriebene Schnelltestzentren in Minden, Lübbecke, Herford und Löhne schlossen ab dem Mittag vorsorglich.

Kran stürzt auf Haus in Kiel

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In Weinstadt (Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg) brachten heftige Windböen einen Maibaum zu Fall. Der Polizei zufolge stürzte der Baum am Dienstag in eine Bushaltebucht und beschädigte ein geparktes Auto. Es entstand ein Schaden von rund 3000 Euro. Menschen hielten sich zu dem Zeitpunkt nicht dort auf.

Eine Gewitterzelle mit heftigen Böen zog am Dienstagnachmittag über Kiel (Schleswig-Holstein) und sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Im Gewerbegebiet Wittland stürzte ein Kran auf das Dach eines Neubaus. Verletzt wurde dabei niemand, berichten die „Kieler Nachrichten“. Bäume stürzten in Kiel auf Straßen, von mehreren Gebäuden wurden Dachziegel heruntergeweht. In einem anderen Gebäude löste sturmbedingt die Brandmeldeanlage aus. Nach rund einer Dreiviertelstunde hatte sich die Lage in der Stadt nach Angaben der Feuerwehr wieder beruhigt.

Auch in Hamburg sorgte ein Gewittersturm am Nachmittag für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagte ein Sprecher. Bis zum frühen Abend zählte die Feuerwehr 62 Einsätze wegen umgestürzter Bäume und losen Fassadenteilen, Menschen wurden nicht verletzt. Im Stadtteil Wellingsbüttel stürzte eine 20 Meter hohe Birke auf die Fahrbahn. Der Baum musste mit einem Kran gesichert und zersägt werden. In Bremen stürzten ebenfalls Bäume um.

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Zum Abend hin könnten sich die Böen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) noch verstärken. Der Vorhersage zufolge sind an der Nordsee auch schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde möglich. Auch einzelne orkanartige Böen sind nicht ausgeschlossen. Auch am Mittwoch soll es stürmisch bleiben.

RND/seb/dpa

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