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Studentin postet Selfie ohne Maske im Supermarkt und wird tagelang angefeindet

  • Nach der Aufweichung der Maskenpflicht in Sachsen postet eine Leipziger Studentin ein Selfie aus in einem Supermarkt – ohne Maske.
  • Daraufhin schlägt ihr in sozialen Medien tagelang Kritik und auch Hass entgegen.
  • Nun spricht sie über die Situation.
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Leipzig. Zu unfreiwilliger Bekanntheit ist die Leipziger Studentin Rena Schustek gekommen. Nach der Aufweichung der Maskenpflicht in Sachsen postete sie bei Twitter ein Selfie ohne Maske in einem Supermarkt, dazu schrieb sie: „Ist das etwa der Geruch von Freiheit?“ Daraufhin schlug ihr eine Welle von Kritik und auch Hass entgegen. In einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ sprach die Studentin jetzt über die Situation.

„Es war krass“, sagt die Studentin. „Einer schrieb sinngemäß, dass dieses Lächeln wohl mein letztes sein wird, bevor ich mit Beatmungsschlauch auf der Intensivstation liege.“ Grund für die Anfeindungen sei ihrer Einschätzung nach, dass viele Leute der Ansicht seien, dass Kundinnen und Kunden trotz der Aufhebung der Maskenpflicht weiterhin eine Maske tragen sollten, so Schustek. Eigentlich störe sie die Maske auch gar nicht und sie habe sie „sogar kurz nach dem Selfie wieder aufgesetzt“. Doch sie glaube, „dass wir mittlerweile an einem Punkt sind, an dem wir wieder an Normalität und unsere Freiheit denken müssen“. Schließlich könne sich jeder, der wolle, in Sachsen impfen lassen. „Alle anderen können weiterhin FFP2-Maske tragen, um sich selbst zu schützen“, sagt die 24-Jährige.

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„Ich habe die meisten geblockt oder stummgeschaltet“

Auf die Frage, wie sie auf die Hassnachrichten und Kommentare reagiert habe, sagt Schustek: „Ich habe die meisten geblockt oder stummgeschaltet. Es bringt nichts, auf solche Anfeindungen zu reagieren.“ Interessant fände sie aber, dass Männer, die ähnliche Bilder posteten, weniger Anfeindungen ausgesetzt gewesen seien – so nimmt es die 24-Jährige jedenfalls wahr. Viele ihrer Freunde hätten sich wegen der Anfeindungen auch um sie gesorgt.

Grundsätzlich begrüßt es Schustek, dass die Maskenpflicht in Sachsen aufgeweicht wurde. Viele Leute hätten während der Pandemie einen Sinn darin gefunden, „mit Warnungen, Mahnungen und Alarmismus um sich zu werfen“. „Manche begreifen den Panikmacher eben als ihre Rolle“, sagt sie.

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Schustek sei durch Corona politisiert worden. Besonders der Stufenplan zur Öffnung der FDP habe sie überzeugt, deshalb sei sie auch in die Partei eingetreten. Sie denke sogar darüber nach, für ein politisches Amt zu kandidieren. Bis dahin werde sie aber weiterhin Supermarktselfies von sich aufnehmen.

RND/mhs

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