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Verirrter Ballon verursachte Stromausfall in Dresden: Polizei geht von Unfall aus

  • Bei dem großen Blackout in Dresden geht die Polizei nicht von einem Vorsatz aus.
  • Vermutlich hat ein handelsüblicher Luftballon den Stromausfall ausgelöst, so ein Sprecher.
  • Hunderttausende Haushalte hatten deswegen am Montag zweitweise keinen Strom.
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Dresden. Nach dem Blackout in Dresden geht die Polizei nach aktuellem Stand von einem Unfall aus. Der Stromausfall sei durch einen normalen, handelsüblichen Ballon ausgelöst worden, der etwa bei Hochzeiten oder Kinderfesten genutzt werde, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Unternehmen SachsenEnergie. Solche Vorfälle sind laut dem Netzbetreiber bei allen Sicherheitsvorkehrungen nie ganz auszuschließen. Dennoch soll bei dem Umspannwerk die Videoüberwachung verstärkt werden.

Der Blackout betraf am Montagnachmittag zeitweise 300.000 Haushalte in Dresden und im Umland - Straßenbahnen standen still, Aufzüge blieben stecken, Ampeln fielen aus. Ursache war laut Steffen Heine, Geschäftsführer des Tochterunternehmens SachsenNetze, eine Kettenreaktion im Einspeise-Umspannwerk Dresden-Süd: Ein mit Aluminium beschichteter Luftballon war an einem besonders sensiblen Punkt in einer Schaltanlage gelandet und löste einen Kurzschluss aus. „Das hat dazu geführt, dass das komplette Umspannwerk Dresden-Süd aus der Versorgung war“, sagte er. Eine Störung in dieser Größenordnung habe es bisher bei dem Energieversorger nicht gegeben, so Heine.

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Verschmorte Reste eines Ballons

Gleich am Anfang seien Teile der Region nicht mehr versorgt worden - die noch bestehenden Versorgungspunkte seien dann überlastet gewesen und automatisch ausgeschaltet worden. Das Ergebnis: In ganz Dresden und in der Region nördlich der Stadt herrschte ein Blackout.

Bei der Suche nach der Störungsursache fand die Polizei verschmorte Reste eines Ballons. Zunächst war unklar, ob der metallbeschichtete Ballon, der den Stromausfall vermutlich verursachte, gezielt gesteuert oder zufällig an die neuralgische Stelle des Umspannwerks gelangt war. Zwar könne man einen Vorsatz nicht hundertprozentig ausschließen, so Polizeisprecher Geithner. Da der Ballon aber nicht präpariert und mit Technik ausgerüstet gewesen sei, gehe man derzeit nicht von Sabotage aus. Die Ermittler hätten „keine Spuren eines Empfängers“ gefunden, sagte Geithner laut „Dresdener Neueste Nachrichten“.

Auch ein Bekennerschreiben, wie es bei politisch motivierten Straftaten zu erwarten wäre, fehle. Gleichwohl sucht die Polizei nach Zeugen, die Ballonreste werden auf DNA und Fingerabdrücke untersucht.

Heine vom Netzbetreiber SachsenNetze betonte, dass das Unternehmen seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt habe. „Die Anlagen sind auf dem modernsten Stand der Technik. Das ist Anlagen-Technik, die weltweit eingesetzt wird.“ Man werde in Ruhe analysieren, ob es in Zukunft weitere Sicherheitsvorkehrungen geben müsse. Klar sei schon jetzt, dass es künftig mehr Videoüberwachung geben solle - auch im betroffenen Werk Dresden-Süd.

RND/dpa

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