Streit ums Geld? Motorradfahrer holen totes Baby aus Klinik

  • Eine Klinik in Indonesien gab die Leiche eines Babys wegen unbezahlter Rechnungen nicht frei.
  • Daraufhin stürmten Motorradfahrer das Krankenhaus und nahmen das tote Kind mit.
  • In Indonesien ist es üblich, dass Tote so bald wie möglich verbrannt werden.
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Jakarta. Aus Protest gegen den Umgang mit einem gestorbenen Baby hat eine Gruppe von Motorradtaxi-Fahrern in Indonesien ein Krankenhaus gestürmt. Mehrere Dutzend Männer holten den Leichnam des sechs Monate alten Kinds nach Berichten lokaler Medien vom Freitag aus der Klinik.

Das Krankenhaus hatte sich geweigert, den Leichnam des kleinen Jungen namens Alif freizugeben - angeblich, weil eine Rechnung in Höhe von umgerechnet etwa 1600 Euro noch nicht bezahlt war. In Indonesien - dem weltweit bevölkerungsreichsten islamischen Land - ist es üblich, dass Tote so bald wie möglich verbrannt werden. Die Beisetzung fand dann auch sofort statt.

Streit um Rechnungen kommen in Indonesien häufiger vor

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Im Gesundheitssystem des riesigen Inselstaats kommt Streit um Rechnungen häufiger vor. Das Baby war am Dienstag nach einer Operation im M-Djamil-Krankenhaus der Stadt Padang gestorben. Die Mutter des Kindes, Dewi Surya, sagte einer Lokalzeitung: "Wir wussten überhaupt nicht, wann er nach Hause gebracht wird." Schließlich kamen die Fahrer zu Hilfe.

Einer der Männer, Warardiansyah, sagte, dies sei aus "humanitären Gründen" geschehen. "Wir sind Menschen. Was wäre, wenn das unser Kind gewesen wäre? In einem solchen Fall sollte das Krankenhaus großzügiger sein." Die Klinik sprach von einem "Missverständnis". Ein Kliniksprecher sagte am Freitag dem Online-Nachrichtenportal Suara: "Es ging nicht ums Geld. Es haben ein paar Unterlagen gefehlt."

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RND/dpa