Straßenhunde beißen Baby in indischem Krankenhaus zu Tode

  • Straßenhunde haben im Norden Indiens ein drei Stunden altes Baby tödlich verletzt.
  • Krankenhausmitarbeiter sollen den Säugling unbeaufsichtigt zurückgelassen und die Fenster zum OP-Saal offen gelassen haben.
  • Die Polizei ermittelt nun gegen die Klinikverantwortlichen – offenbar wurde das Krankenhaus illegal betrieben.
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Die indische Polizei hat am Montag ein privates Krankenhaus in der Stadt Farrukhabad geschlossen und ermittelt wegen Totschlags gegen Mitarbeiter. Zuvor war es in der gleichnamigen Provinz im Norden des Landes zu einem tragischen Unglück gekommen: Ein Rudel Straßenhunde war in die Einrichtung gelangt und hatte ein drei Stunden altes Baby in einem OP-Saal zu Tode gebissen. Das berichtet unter anderem die britische Tageszeitung The Guardian auf ihrer Internetseite.

Laut Polizeibericht hatten Verwandte des Neugeborenen Knurren aus dem OP-Saal gehört. Die Familie beschuldigt das Krankenhaus, die Fenster zum Operationsraum offen gelassen zu haben. Vermutlich konnten die Straßenhunde auf diesem Wege eindringen. Das Baby soll von den Mitarbeitern unbeaufsichtigt zurückgelassen worden sein und Verletzungen am ganzen Körper gehabt haben, sagten Angehörige der Polizei. Die endgültige Todesursache soll per Obduktion festgestellt werden. Im Anschluss könnten die Verantwortlichen festgenommen werden, sagte ein Sprecher.

Krankenhausmitarbeiter wollten Unglück vertuschen

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Kurz nach dem tragischen Vorfall in Farrukhabad hatten Mitarbeiter des Krankenhauses noch versucht, das Unglück zu vertuschen. Sie sollen der Familie gesagt haben, dass der Säugling als Totgeburt zur Welt gekommen sei. Außerdem hätten Verantwortliche der Familie Schweigegeld angeboten haben. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Privatkrankenhaus ohne Erlaubnis betrieben wurde und keine Lizenz für Operationen hat.

Laut Schätzungen gibt es in Indien rund 30 Millionen Straßenhunde. Immer wieder gibt es Berichte von Angriffen auf Menschen. Ein besonderes Problem ist die Übertragung der Tollwut: Laut Weltgesundheitsorganisation streben jährlich 20.000 Betroffene an der Infektionskrankheit. Wegen der schlechten Gesundheitsversorgung in Indien sind längst nicht alle Menschen gegen die Tollwut geimpft.

Im vergangenen Jahr hatten indische Straßenhunde im positiven Sinne Aufmerksamkeit erregt: Ein Rudel rettete ein Neugeborenes, das – scheinbar absichtlich – von der Mutter in einen Abwasserkanal geworfen worden war.

RND/man



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