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Steinbachtalsperre: Grundablass nicht mehr verstopft - Drohne findet keine kritischen Risse

  • Die Lage an der Steinbachtalsperre ist nach Auskunft des Kreises Euskirchen stabil, aber weiterhin kritisch.
  • Der Grundablass der Talsperre ist inzwischen nicht mehr verstopft.
  • Eine Drohne hatte zuvor keine kritischen Risse gefunden.
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Euskirchen. Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken.

Das Technische Hilfswerk (THW) pumpte zusätzlich Wasser ab. Am Nachmittag hatte der Kreis gemeldet, dass eine Drohne keine kritischen Risse an dem Bauwerk entdeckt hatte. Der Kreis schätzte die Lage aber weiterhin kritisch ein.

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Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bleiben evakuiert. Der Kreis warnte die Bewohner davor, in die Häuser zurückzukehren. „Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt“, hieß es in der Mitteilung.

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Keime ins Trinkwassernetz im Kreis Euskirchen nicht ausgeschlossen

Mehrere Orte unterhalb der Steinbachtalsperre waren in den vergangenen Tagen wegen der Gefahr eines Durchbrechens der Staumauer evakuiert worden. Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren. Die Gefahr sei noch nicht gebannt.

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Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch Rohrbrüche und Starkregen Keime ins Trinkwassernetz gelangt sind. Daher rät der Kreis Euskirchen dazu, das Trinkwasser abzukochen und nicht direkt aus dem Hahn zu trinken. Ab dem Abend könne es zudem in einigen Ortschaften zu verfärbtem Wasser kommen, da das Wasserwerk in Satzvey in Betrieb genommen werde.

Am Donnerstagabend hatte der Rhein-Sieg-Kreis bei Facebook mitgeteilt, es müsse „mit einem plötzlichen Versagen der Mauer der Steinbachtalsperre jederzeit gerechnet werden“. In den Orten Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim wurden 4500 Menschen evakuiert. Auch im von der Außenwelt abgeschnittenen Swisttal gehe die Evakuierungen per Boot weiter.

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Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen im Fokus

Menschen, die mobil sind, sollten Verwandte oder Bekannte außerhalb des Bereiches aufsuchen. Für alle anderen stünden in Euskirchen Notunterkünfte bereit, sagte ein Kreissprecher. Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert. Der Kreis Euskirchen scheint mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen. Es gebe Hinweise, dass es noch mehr als 15 Todesopfer werden könnten, sagte Ramers.

Rurtalsperre übergelaufen - Keine Einsätze in Düren

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Trotz Überlaufens der Rurtalsperre in der Eifel hatte sich die Lage in Düren über Nacht leicht entspannt. „In der Nacht gab es nur einen geringen Anstieg der Rur“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Düren am Freitagmorgen. „Aufgrund des Anstiegs ist es zu keinen zusätzlichen Einsätzen gekommen.“ Am Freitagmorgen liefen demnach keine Einsätze im Stadtgebiet Düren.

Die Rurtalsperre war in der Nacht zu Freitag „mit einer geringen Dynamik“ übergelaufen, wie der Wasserverband Eifel-Rur mitgeteilt hatte. Deshalb wurde damit gerechnet, dass der Unterlauf der Rur überschwemmt und somit Keller und Häuser im Kreis Düren überflutet werden könnten. Das sollte zunächst Obermaubach, dann Düren und schließlich Jülich treffen. Die Rur entspringt in Belgien, durchläuft die Eifel in Nordrhein-Westfalen und mündet in den Niederlanden in die Maas.

RND/dpa

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