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“Stehen vor Genozid”: Stars warnen vor Tod der Amazonas-Ureinwohner wegen Corona

  • Ein offener Brief fordert den brasilianischen Präsidenten auf, mehr zum Schutz der indigenen Völker zu tun.
  • Die seien massiv durch das Coronavirus bedroht.
  • Unterschrieben wurde die Petition von Stars wie Paul McCartney und Meryl Streep.
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In einem offenen Brief haben Künstler, Stars und Wissenschaftler Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro und dessen Regierung aufgefordert, die indigenen Völker des Landes vor einem Covid-19-“Genozid” zu schützen, wie unter anderem der “Guardian” berichtet. Organisiert wurde die Petition von dem brasilianischen Fotojournalisten Sebastião Salgado, unterschrieben haben unter anderem Weltstars wie Madonna, Oprah Winfrey, Brad Pitt, David Hockney, Gisele Bündchen, Naomi Campbell, Mario Vargas, Ai Weiwei, Meryl Streep und Paul McCartney.

Demnach würde die Corona-Pandemie für die Amazonas-Ureinwohner “eine extreme Bedrohung für ihr Überleben” darstellen. “Vor fünf Jahrhunderten wurden diese ethnischen Gruppen durch Krankheiten dezimiert, die von europäischen Kolonialherren verursacht wurden. Jetzt, da sich diese neue Plage schnell in Brasilien ausbreitet, könnten sie vollständig verschwinden, da sie keine Möglichkeit haben, Covid-19 zu bekämpfen”, heißt es unter anderem zur Erklärung in dem Brief.

Eindringlinge müssten vertrieben werden

Der Organisator der Petition, Salgado, sagte dem “Guardian” zufolge, dass Eindringlinge, darunter wilde Goldminenarbeiter und illegale Holzfäller, sofort aus indigenen Ländern ausgewiesen werden müssen, um zu verhindern, dass sie das Coronavirus dorthin bringen. “Wir stehen kurz vor einem Genozid”, wird der Fotojournalist zitiert. Die eindringlichen Worte verteidigt er so: “Wenn man eine Handlung befürwortet oder fördert, von der man weiß, dass sie eine Bevölkerung oder einen Teil einer Bevölkerung eliminiert, ist das die Definition von Völkermord.” Er habe fast vier Jahrzehnte damit verbracht, über den Amazonas und seine Einwohner zu forschen. Und schon vor der Corona-Pandemie seien die indigenen Völker Brasiliens gefährdet gewesen.

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Kritiker werfen Bolsonaro demnach vor, die Invasion indigener Reserven zu fördern und die Regierungsbehörden aufzulösen, die sie schützen sollen. “Indigene Gemeinschaften wurden noch nie so angegriffen. (...) Die Regierung hat keinerlei Respekt vor den indigenen Gebieten”, sagte Salgado dem “Guardian”. Die brasilianische Stadt, die bisher am stärksten vom Coronavirus betroffen war, ist Manaus, die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, in der sich ein Teil des Yanomami-Reservats befindet. Fotojournalist Salgado fordert, dass das Militär Eindringlinge aus den indigenen Gebieten vertreiben soll.

RND/hsc

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