Staufener Missbrauchsfall: Täter muss erneut vor Gericht

  • In Freiburg steht ein wegen schweren Missbrauchs verurteilter Mann erneut vor Gericht.
  • Es geht darum, ob er nach Verbüßen seiner Haftstrafe in Sicherheitsverwahrung muss.
  • Bei der Verurteilung des damals 33-Jährigen im Jahr 2018 hatten die Richter auf diese Anordnung verzichtet.
Anzeige
Anzeige

Freiburg. Im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines kleinen Jungen aus Staufen bei Freiburg kommt ein bereits verurteilter Mann erneut vor Gericht. Bei dem Verfahren vor dem Freiburger Landgericht ab Montag (9 Uhr) geht es um die Frage, ob der Mann nach Verbüßen seiner Haftstrafe in Sicherungsverwahrung muss. Unberührt bleibt das Strafmaß von zehn Jahren wegen schwerer Vergewaltigung des Jungen, Kindesmisshandlung und Zwangsprostitution.

Bei der Verurteilung des damals 33-jährigen Spaniers im Jahr 2018 hatten die Richter auf Sicherungsverwahrung verzichtet. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft vor dem BGH Beschwerde ein und bekam im Mai vergangenen Jahres Recht. Eine neue Kammer des Freiburger Landgerichts verhandelt nun nochmals über diesen Aspekt. Für das Verfahren sind vorerst vier Verhandlungstage angesetzt. Am Montag soll laut einem Gerichtssprecher das Urteil verlesen werden. Außerdem bekommt der Spanier Gelegenheit, sich erneut zu dem Fall zu äußern. Als Zeugen sollen demnach voraussichtlich am Mittwoch drei Polizeibeamte gehört werden.

Acht Urteile in dem Fall

Die Verbrechen an dem Kind waren im Januar 2018 bekannt geworden und hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Mutter und ihr Freund hatten den Jungen über zwei Jahre vergewaltigt und anderen Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für schwere sexuelle Gewalttaten überlassen. Es gab acht Urteile in dem Fall.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen