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Lang ersehnter Sommertag: Deutsche strömen nach draußen - zahlreiche Corona-Verstöße

  • Sonniges Wetter hat die Menschen am Wochenende in ganz Deutschland nach draußen gelockt.
  • Mit sich brachte das zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen.
  • Nicht immer blieben die Einsätze der Polizei friedlich.
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München/Berlin. Das kurze Sommerintermezzo am Sonntag haben viele Menschen für einen Ausflug ins Grüne genutzt. In Bayern etwa waren am Chiemsee und am Starnberger See Segler und Familien unterwegs. Auch in Sachsen-Anhalt lockte der Mini-Sommer die Menschen nach draußen: In Wanderstiefeln oder bei einer Paddeltour genossen die Menschen rund 25 Grad. Auch auf dem Brocken im Harz war am Sonntag ein stetiges Kommen und Gehen. Ein Ranger schätzte, dass mehr Menschen als in den vergangenen Wochen den Aufstieg in Angriff nahmen.

Auch am Strand von Warnemünde herrschte Betrieb. Dort wurden schon die ersten Strandmuscheln aufgebaut. Am Hamburger Elbstrand versammelten sich ebenfalls die Menschen, um das schöne Wetter zu genießen.

Zahlreiche Menschen sind bei Sonnenschein am Elbstrand in Övelgönne unterwegs. © Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Mit den sommerlichen Temperaturen steigen die Corona-Verstöße an

Doch mit den sommerlichen Temperaturen stiegen auch die Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen an - ob bei der Grillparty oder dem Flashmob. Teilweise wurden sogar Polizisten bei Einsätzen angegriffen. So etwa in München, wo Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit Unverständnis auf Randale im Englischen Garten reagierte.

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Polizisten kontrollieren in den späten Abendstunden des Sonntags im Englischen Garten. © Quelle: Peter Kneffel/dpa

Partyvolk wirft in München Flaschen auf Polizisten

Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen jungen Leuten und der Polizei, 19 Beamte wurden zum Teil durch Flaschenwürfe verletzt. Aus dem Partyvolk im Englischen Garten seien etwa 50 Flaschen in Richtung der Polizisten geworfen und so 19 Beamte verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ausgangspunkt des Polizeieinsatzes sei eine Schlägerei gewesen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Es wurden sechs Personen festgenommen.

„Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es die Menschen bei dem schönen Wetter und den warmen Temperaturen nach draußen zieht“, sagte Herrmann am Sonntag. „Nicht nachvollziehen kann ich jedoch das Verhalten von Personen, die sich an keinerlei Regelungen halten, so wie dies gestern im Englischen Garten geschehen ist.“ Die Ausschreitungen im Englischen Garten und die Gewaltbereitschaft gegen Polizeibeamte machten ihn fassungslos.

Flaschen und Müll liegen um einen überfüllten Abfallbehälter an der großen Wiese im Englischen Garten. © Quelle: Peter Kneffel/dpa
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Einsatz in Ulm eskaliert

Auch andernorts riefen Partys die Polizei auf den Plan. Nahe Ulm in Baden-Württemberg eskalierte ein weiterer Einsatz: Etwa 20 Jugendliche hätten sich am Samstagabend in Ehingen getroffen und Alkohol getrunken, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Beamten kontrollierten die Gruppe, doch drei Mädchen wehrten sich den Angaben zufolge dagegen, führten keine Ausweise mit und wollten auch ihre Personalien nicht angeben. Die betrunkenen jungen Frauen wurden anschließend ihren Eltern übergeben und müssen nun mit Anzeigen rechnen.

In Berlin löste die Polizei am Samstagabend eine Menschenansammlung im Görlitzer Park auf. Dort hatten sich laut einer Polizeisprecherin trotz Ausgangssperre rund 300 Menschen getroffen. Außerdem sei eine Party auf dem Gelände eines früheren Krankenhauses in Buch aufgelöst worden.

Polizeieinsatz im Görlitzer Park. © Quelle: imago images/Jürgen Held

Party im saarländischen Tholey aufgelöst

Auch im saarländischen Tholey lösten Beamte am Wochenende eine Party auf: 14 Personen hätten dort am Samstagabend in einem Pavillon gefeiert, teilte die Polizei mit. Die Feiernden erwarten nun Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung.

Die Polizei München berichtete von mehreren aufgelösten Partys und größeren Personengruppen, die die Abstände nicht immer einhielten. So mussten etwa 300 Menschen den Viktualienmarkt, etwa 200 Menschen den Gärtnerplatz und 100 Menschen die Akademiestraße verlassen, nachdem die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert hatte. Der Gärtnerplatz, ein beliebter Treffpunkt in der Stadt, wurde am Samstagnachmittag abgesperrt.

Es geht auch friedlich: Surfer reiten am Sonntagabend kurz vor der Sperrstunde auf der Eisbachwelle nahe der Prinzregentenstrasse am Rand des Englischen Gartens in München. © Quelle: Peter Kneffel/dpa

Feiern in Bayern aufgelöst

In vielen anderen Teilen Bayerns löste die Polizei weitere private Treffen und Feiern auf. So wurden alleine im Landkreis Freising in der Nacht von Samstag zu Sonntag mehr als 30 Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung festgestellt. Darunter eine Grillparty, die Feier einer Taufe und eine Gruppe feiernder Jugendlicher.

Im niedersächsischen Oldenburg war ein Treffen von rund 50 Autofahrern Auslöser für einen größeren Polizeieinsatz. Wie die Polizei mitteilte, war den Beamten eine Zusammenkunft einer größeren Gruppe auf einem öffentlichen Parkplatz unterhalb der Autobahn 28 gemeldet worden. Dort angekommen, fanden die Einsatzkräfte insgesamt 33 Autos und ihre 51 Insassen vor, die sich nicht an die geltenden Regelungen nach dem Infektionsschutzgesetz hielten. Die Beamten sprachen Platzverweise aus und leiteten 51 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

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Versammlung in Sank Augustin aufgelöst

In Sankt Augustin in Nordrhein-Westfalen löste das Ordnungsamt mit Unterstützung der Polizei eine Versammlung von mehr als 50 Menschen auf. Sie hätten sich trotz Ausgangssperre am späten Samstagabend auf der Straße vor einem Kulturverein getroffen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Im oberbayerischen Murnau am Staffelsee kam es am Samstag nach Angaben der Polizei zu einem „Flashmob“ mit 300 Leuten. Gegen Mittag fanden sich in der Fußgängerzone 200 Menschen zusammen und tanzten und sangen dicht an dicht vor etwa 100 Zuschauern. Die Menge löste sich nach einem Aufruf der Polizei relativ schnell auf, so die Polizei.

Der Sommer bleibt nicht lange

Der Sommer und mit ihm die vielen Menschenansammlungen in Deutschland war quasi „über Nacht“ gekommen, wie es der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach zusammenfasste. Ungewöhnlich seien die Temperaturen von bis zu 30 Grad, die an diesem Wochenende möglich waren, jedoch nicht. Vielmehr sei es an der Zeit gewesen für einen solchen Wärmevorstoß, erklärte ein DWD-Sprecher am Sonntag.

Zum Wochenstart soll die kurze Sommerhitze laut DWD im Westen allerdings schon wieder Geschichte sein. Dann soll es höchstens noch 19 bis 24 Grad warm werden. Im Osten dagegen sei es bis Dienstag noch hochsommerlich warm bis heiß mit 25 bis 30 Grad. Dann ströme von Westen kältere Luft ein, was nicht ohne Gewitter einhergehe. Diese können den Meteorologen zufolge auch unwetterartig ausfallen.

RND/dpa

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