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Sommerurlaub 2020: Die Aussichten für Italien, Spanien und die Türkei

  • Abwarten, Absagen oder aufs kommende Jahr verschieben?
  • Wo und wie die Deutschen ihren Jahresurlaub verbringen werden, ist durch die Corona-Pandemie wohl noch völlig unklar.
  • Selbst für die Lieblingsziele innerhalb Europas ist die Prognose schwierig – auch wenn ein Land Hoffnung macht.
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Strandurlaub an der Adria, Wandern in Österreich oder eine kleine Städtetour nach Paris - was davon im Sommer 2020 möglich sein wird, kann in diesen Tagen niemand absehen. Die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt noch bis mindestens Anfang Mai - wie es dann aussieht, hängt von den Zahlen zur Corona-Pandemie ab.

Und was machen die Urlauber? Sie sind gespalten. Nach dem ARD-"Deutschlandtrend" haben 14 Prozent der Deutschen ihren Urlaub bereits storniert, 21 Prozent haben geplante Buchungen verschoben. 28 Prozent wollen dagegen noch an ihren Reiseplänen festhalten. 31 Prozent hatten ohnehin bisher nicht vor, zu verreisen.

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“Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein”, hielt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag fest. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte: “Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein.” So sieht es aktuell in den beliebtesten Reisezielen der Deutschen aus:

Sommerurlaub 2020 in Spanien?

Party auf Mallorca, Relaxen auf den Kanaren? Eher nicht. Der Tourismus werde in Spanien nicht vor Jahresende in Gang kommen, warnte die Regierung in Madrid dieser Tage. Das Land werde die touristischen Aktivitäten erst dann wieder aufnehmen, wenn es “Garantien für außerordentlich sichere Bedingungen” gebe, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero. Im Sommer werde es mit Sicherheit noch nicht so weit sein, meinte Arbeitsministerin Yolanda Díaz. Sie warnte nicht nur die Tourismusbranche, sondern auch das Gastgewerbe sowie den Kultur- und den Fernverkehrssektor, dass in diesen Bereichen erst gegen Jahresende mit einer Reaktivierung gerechnet werden könne.

Leere Promenaden, abgesperrte Strände, geschlossene Beachbars - an eine Urlaubssaison ist in Palma (Mallorca) aktuell nicht zu denken. © Quelle: imago images/ThomasReiner.pro
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Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Sonntag eine Verlängerung der Ausgangssperren bis zum 9. Mai angekündigt. Die spanische Regierung hat einen Zwei-Stufen-Plan zur Wiederaufnahme des Tourismus angekündigt: Die Wiedereröffnung aller produzierenden Gewerbe im Verlauf des Sommers ist demnach der erste Schritt. Der zweite die Wiederaufnahme des Tourismus bis Ende des Jahres.

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Und auch wenn der balearische Tourismusminister Iago Negueruela jüngst Hoffnung für die Hauptsaison machte, als er von einem „Saisonstart light“ im Juli sprach. Das soll nicht für ausländische Touristen gelten. Vor allem für Spanier soll es besondere Anreize für Ferien im eigenen Land geben, etwa Inlandsflüge ab 30 Euro. Ein Saisonstart light für Auslandstouristen sei aber noch nicht ganz vom Tisch, sagte Negueruela. Die Pläne dazu seien noch in Arbeit.

Sommerurlaub 2020 in Italien?

Der Tourismus ist der am heftigsten von der Krise getroffene Geschäftszweig in dem Land. Zigtausende Arbeitsplätze hängen davon ab. Daher blühen allerlei kuriose Ideen, wie man einen sichereren Strandaufenthalt garantieren könnte. Es wird aktuell über Zulassungsbeschränkungen an Stränden genauso diskutiert wie über Desinfektionsmittel an Sonnenliegen oder Maskenpflicht beim Sonnen.

Sonnenbad in Plastik-Boxen: Ist das die Zukunft des Strandurlaubes in Corona-Zeiten?.

Doch kaum jemand rechnet damit, dass der Tourismus zum Sommer wieder hochfährt. “Wir können erst öffnen, wenn es absolute Sicherheit gibt. Wer will sich schon an den Strand legen, wenn er Angst vor Ansteckungen hat”, sagte Mauro Vanni vom Verband der Badeanstalten in der Urlaubsstadt Rimini. Da seien auch absurde Ideen wie Plexiglas-Boxen um die Sonnenliegen oder desinfizierte Tunnel zum Strand nutzlos.

Das Auswärtige Amt rät nach wie vor drigend von nicht notwendigen Reisen nach Italien ab. In dem Land gilt aufgrund der Covid-19-Krankheitswelle eine Notfallverordnung, die Folge sind gravierende Einschränkungen im Reiseverkehr, Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

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Sommerurlaub 2020 in Frankreich?

Die Tourismusindustrie geht davon aus, dass in diesem Sommer Millionen ausländischer Touristen fernbleiben. Gesundheitsminister Olivier Véran betonte, dass während und auch nach einer Pandemie nicht die richtige Zeit für große internationale Mobilität sei. Die Regierung riet zuletzt davon ab, aktuell eine Reise zu buchen, weil die Situation noch zu unsicher sei. Das bedeute aber erstmal nicht, dass die Menschen dieses Jahr den Sommerurlaub ganz streichen müssen. Der Chef der Staatsbahn SNCF, Jean-Pierre Farandou, erklärte, er hoffe, dass bis Anfang des Sommers wieder 100 Prozent der TGV-Züge fahren.

Paris ohne Touristen: Niemand ist auf den Straßen am Arc de Triomphe unterwegs, nur der Tabakladen hat geöffnet. © Quelle: Michel Euler/AP/dpa

In Frankreich gelten seit Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen. Sie sollen noch bis zum 11. Mai andauern. Ab dann sollen Schulen und Kindergärten schrittweise wieder öffnen, die Hochschulen aber nicht vor dem Sommer. Große, touristisch wichtige Veranstaltungen in Frankreich wurden bis Mitte Juli gestrichen, zuletzt das Theaterfestival in Avignon. Auch die zweite Runde der Kommunalwahlen wurde angesichts der Pandemie auf den 21. Juni 2020 verschoben. Ferienunterkünfte, Campingplätz und Lokale sind auch nach dem 11. Mai sind bis auf Weiteres geschlossen. Die Stadt Paris ist in eine Art Dornröschenschlaf verfallen, sie gleicht im Augenblick einer Geisterstadt.

Sommerurlaub 2020 in der Türkei?

Immerhin aus der Türkei kommen zuversichtliche Töne. Europa sei schon wieder auf dem Weg zur Besserung, so dass Gäste noch im Juni langsam wieder mit dem Reisen beginnen könnten, sagt Osman Ayik von der Türkischen Hotelföderation. Er hofft auf eine Aufbruchsstimmung nach der Aufhebung der Beschränkungen: Dann könnten die Menschen erst recht wieder danach dürsten, zu reisen.

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Von Entspannung in der Türkei kann zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Rede sein: Den Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA zufolge liegt die Türkei inzwischen auf Platz acht der am schwersten von Infektionen betroffenen Länder und damit knapp vor dem Iran. Insgesamt sind in der Türkei bisher 2017 Todesfälle durch Covid-19 gemeldet. Die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei stieg am Montag (20. April 2020) wieder um knapp 4000 Neuinfektionen auf insgesamt 86.306.

Leere Straßen in Istanbul: Nur ein Fahrzeug steht vor dem Haghia-Sophia-Museum, einem der Wahrzeichen der Stadt. © Quelle: Mehmet Guzel/AP/dpa

Die türkische Regierung hat bisher darauf verzichtet, eine komplette, landesweite Ausgangssperre zu verhängen - auch, um die bereits angeschlagene Wirtschaft nicht zu beeinträchtigen. Es gilt eine landesweite Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren, chronisch Kranke und - mit Ausnahmen - für Menschen unter 20 Jahren. Schulen und Universitäten, Cafés und Bars sind geschlossen, Großveranstaltungen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten. In Supermärkten und anderen belebten Orten gilt eine Maskenpflicht.

RND



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