Sohn von Drogenboss “El Chapo”: Wirbel um angebliche Festnahme

  • In der mexikanischen Stadt Culiacán sind Straßenkämpfe zwischen Polizei und Mitgliedern eines Drogenkartells entbrannt.
  • Dabei sind auch zahlreiche Häftlinge aus einem Gefängnis entkommen.
  • Der Sohn von Drogenboss „El Chapo“ soll festgenommen worden sein.
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Culiacán. In der mexikanischen Stadt Culiacán ist es zu heftigen Schießereien und der Flucht zahlreicher Häftlinge aus einem Gefängnis gekommen. Daran beteiligt war auch Ovidio Guzmán López, ein Sohn des früheren Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán. Dieser sei in einem Wohnhaus identifiziert worden, aus dem heraus auf patrouillierende Soldaten geschossen worden war, teilte der mexikanische Sicherheitsminister Alfredo Durazo am Donnerstagabend mit. Anschließend hätten mehrere Gruppen des organisierten Verbrechens sich rings um das Haus postiert. Die Sicherheitskräfte seien in Unterzahl gewesen und hätten den Einsatz abgebrochen, sagte Durazo.

Mexikanische Medien berichteten, Guzmán López sei festgenommen worden. Das wiederum dementierte ein Anwalt der Familie Guzmán, José Luis González Meza. „Die Wahrheit ist, dass er letztendlich frei ist“, sagte der Jurist José Luis González Meza in der Nacht zum Freitag im Sender Milenio TV. Die Familie habe zeitweise den Kontakt zu dem 28-Jährigen verloren, dieser habe sich aber inzwischen telefonisch gemeldet, und es gehe ihm gut. Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es dafür zunächst nicht.

Insassen aus Haftanstalt befreit

Angehörige des Drogenkartells von Guzmán befreiten Berichten zufolge Insassen der Haftanstalt Aguaruto in der Hauptstadt des westmexikanischen Bundesstaates Sinaloa. Es seien 20 bis 30 Häftlinge entkommen, von denen einige bereits wieder festgenommen worden seien, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit von Sinaloa, Cristóbal Castañeda, dem Fernsehsender Milenio.

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Schießereien in Mexiko: Sohn von Drogenboss „El Chapo“ angeblich gefasst
1:45 min
In der mexikanischen Stadt Culiacán ist es zu heftigen Schießereien und der Flucht zahlreicher Häftlinge aus einem Gefängnis gekommen.  © RND/Reuters/AFP

In Videos, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie Männer in den Straßen Culiacáns mit automatischen Waffen feuerten. Lastwagen standen in Flammen. Die Behörden baten die Bevölkerung der Stadt, zu Hause zu bleiben. Ein Spiel der zweiten mexikanischen Profifußballliga wurde wegen der Gewalt abgesagt.

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"El Chapos" Söhne gelten als wichtige Figuren im Kartell

Culiacán ist die Wiege des Sinaloa-Drogenkartells von "El Chapo" Guzmán. Dieser wurde im Juli in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Söhne gelten als wichtige Figuren beim internen Machtkampf im Kartell nach der Festnahme ihres Vaters. Ovidio Guzmán wird in den USA wegen Drogenschmuggels gesucht. Er ist nicht der bekannteste Sohn von „El Chapo“: Iván Archivaldo Guzmán und Jesús Alfredo Guzmán, bekannt als „Los Chapitos“ („die kleinen Chapos“) sollen das Sinaloa Cartel derzeit führen, gemeinsam mit einem weiteren Mann. Ovidio Guzmán wurde 2018 von einer Grand Jury in Washington beschuldigt, gemeinsam mit einem vierten Bruder Kokain, Metamphetamin und Marihuana zu schmuggeln.

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Mexiko erlebt seit Jahren sehr hohe Gewaltraten. Diese gehen zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in finanziell lukrative Verbrechen wie Drogenhandel, Entführung und Erpressung verwickelt sind.

RND/dpa/AP

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