So wenig Chancen haben Impfdrängler

  • Impfung ohne Berechtigung? Die Impfzentren im Norden haben täglich mit Menschen zu tun, die geimpft werden wollen, obwohl sie noch nicht dran sind.
  • Chancen haben die Impfdrängler allerdings nicht, denn es gibt es ganz klare Regeln.
  • In bestimmten Fällen wird sogar eine Anzeige fällig.
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Sie wollen an eine Impfung, auch wenn sie noch gar nicht berechtigt dazu sind. Impfdrängler versuchen dennoch immer wieder ihr Glück, obwohl derzeit nur medizinisches Personal und Menschen, die mindestens 80 Jahre alt sind, geimpft werden.

Aus Gettorf, das zwischen Kiel und Eckernförde liegt, berichten die „Kieler Nachrichten“ (KN). Dort erzählt der Leiter des Impfzentrums, Oliver Hänsel, dass es täglich immer wieder einzelne Leute gäbe, die ohne die richtige Berechtigung nach dem Impfstoff fragen. Doch fügt er an: „Manche ältere Menschen werden sogar von einer Arztpraxis geschickt, sie sollten es mal probieren. Das sind ja keine Drängler im eigentlichen Sinne. Sie sind eher gutgläubig. Trotzdem können wir sie nicht einfach drannehmen.“

Ungebetene Gäste werden in den Impfzentren wieder weggeschickt

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In manchen Fällen hätten aber auch Impfwillige versucht, einfach ein anderes Alter in die Onlineanmeldung zu schreiben. „Wir hatten schon Fälle, in denen die Altersangabe bei der Onlineanmeldung nicht mit der im Ausweis übereinstimmte“, so Hänsel.

Auch in Mölln, in Schleswig-Holstein, sind solche Probleme bekannt. Wie die „Lübecker Nachrichten“ (LN) berichten, hat es seit der Öffnung des dortigen Impfzentrums etwa 50 Fälle gegeben, bei denen Besucher wieder abgewiesen werden mussten. Da in Schleswig-Holstein Impfberechtigte schriftlich per Post eingeladen werden, ist das Problem nicht die falsche Altersangabe. Vielmehr seien falsche Terminbestätigungen oder falsche Bescheinigungen vom Arbeitgeber das Problem.

In Bad Oldesloe würde bei jedem Termin geprüft werden, ob die Angaben mit dem Personalausweis übereinstimmen, wie die LN weiter berichten. Oder ob die Bescheinigung des Arbeitgebers der berechtigten Berufsgruppen unterschrieben ist. Fest steht: „Ohne Identitätsnachweis kriegt keiner eine Impfung“, wird Andreas Rehberg, der für die Organisation der Impfzentren im Kreis verantwortlich ist, zitiert.

Bei Unterlagenfälschung gibt es eine Anzeige

Wenn vorsätzlich Unterlagen gefälscht werden sollten, würde dies angezeigt werden, davon berichten mehrere Impfzentren. Doch sei es zu solch einem Fall in den angefragten Impfzentren bisher nicht gekommen.

Warum es sich aber ohnehin nicht lohnt, einfach auf gut Glück beim Impfzentrum anzuklopfen, erklärt Oliver Hänsel in Gettorf: „Wir bekommen den Stoff täglich in der Menge geliefert, die für den Verbrauch an diesem Tag vorgesehen ist. Hier lagert kein Vorrat. Es reicht höchstens für einige wenige.“

RND/goe

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