So eng war Prinz Philip mit Hannover verbunden

  • Hannover hat eine ganz besondere Beziehung zum britischen Königshaus.
  • Die Welfen verlieren mit Prinz Philip einen geschätzten Verwandten.
  • Der Besuch des Königspaares in der Stadt 1965 wird zum „Triumphzug durch die Straßen“.
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Auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover ist die Trauer um Prinz Philip groß. Das liegt unter anderem an der besonderen Beziehung. „Ich sehr traurig darüber, dass Prinz Philip nun verstorben ist“, sagt Heinrich Prinz von Hannover gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Der Welfe war mit Prinz Philip verwandt: Sein Onkel, Georg Wilhelm von Hannover, war mit Philips Schwester, Sophie von Griechenland, verheiratet.

Er litt unter einer seltenen Berufskrankheit

„In Gesellschaft war Philip immer von unscheinbarer Eleganz – ein zurückhaltender, bescheidener Mensch“, sagt Heinrich von Hannover gegenüber der Zeitung – und erzählt eine Anekdote. „Philip war kaum krank, ebenso wie seine Schwester Sophie“, weiß er. Einmal jedoch habe er unter einer seltenen Berufskrankheit gelitten, der Hand-Shaking-Disease – einer Art Tennisarm der grüßenden Elite. „Wegen dieser Entzündung durfte er ein halbes Jahr lang keine Hände schütteln.“ Eine ziemlich schlimme Krankheit für einen Repräsentanten.

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Die britische Königin Elizabeth II. und Prinz Philip gehen 2015 mit Stephan Weil (SPD), niedersächsischer Ministerpräsident, durch die Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen). © Quelle: picture alliance / dpa

Auch Oliver Deecke vom Vorstand der Hannoversch-Britischen Gesellschaft erinnert sich in der HAZ gern an den Gentlemen aus London. Er selbst hat den Royal bei dessen Besuch 2015 in Bergen-Belsen kennengelernt. An der Seite der Queen erinnerte Prinz Philip dort an die Befreiung des Konzentrationslagers im Jahr 1945. Am Rande der Visite stellte Deeke dem Prinzen eine bilinguale Kindergartengruppe vor. „Er sprach uns gleich auf Deutsch an, war den Kindern sehr zugetan“, sagt Deecke der HAZ. Die Hannoversch-Britische Gesellschaft hat gerade ein Musikstück in Auftrag gegeben. Zu Philips 100. Geburtstag wollte sie ihm die Komposition als „Duke-of-Edinburgh-Marsch“ widmen.

Ein „Triumphzug durch die Straßen“

Im Mai 1965 haben viele Menschen den Besuch des Königspaares in Hannover erlebt – und auch nicht vergessen. Unter „dem begeisterten Jubel von etwa 250.000 Zuschauern“, schrieb die HAZ damals, habe sich der Besuch des Königspaares zu einem „Triumphzug durch die Straßen der Stadt gestaltet“.

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Es blieb übrigens nicht der einzige Besuch von Prinz Philip in Hannover. Im Jahr 1997 kam er zur Hannover-Messe, die 50 Jahre zuvor unter der Ägide der Briten entstanden war. Bei der Eröffnung in der Stadthalle saß er zwischen dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder und Bundeskanzler Helmut Kohl.

2011 besuchte Prinz Philip britische Soldaten in der St. Barbara Kaserne in Bad Fallingbostel. © Quelle: Christian Charisius/dpa
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Als hochbetagter Mann reiste Philip wiederholt auch ohne seine Frau nach Niedersachsen. Im Jahr 2011 landete sein Flugzeug in Hannover-Langenhagen, und er verlieh im niedersächsischen Bad Fallingbostel Orden an britische Soldaten. Und es sollte nicht das letzte Mal sein. Noch 2014, schon 93 Jahre alt, kam er erneut nach Bad Fallingbostel, um in der St.-Barbara-Kaserne britische Soldaten zu ehren.

RND

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