• Startseite
  • Panorama
  • Skigebiet in Österreich sorgt mit Corona-Werbespruch für Entsetzen

Skigebiet in Österreich sorgt mit Corona-Werbespruch für Entsetzen

  • Das Skigebiet Wagrain Kleinarl wirbt auf Instagram mit dem Slogan „Flatten the curve“, bei dem es um die Eindämmung der Pandemie geht.
  • Einige Nutzer in den sozialen Medien sind entsetzt und bezeichnen den Clip etwa als „geschmacklos“.
  • Das österreichische Skigebiet hat inzwischen reagiert und den Clip aus der Kampagne entfernt.
Anzeige
Anzeige

Salzburg. Diese Werbung kam gar nicht gut an – zumindest nicht bei Usern in den sozialen Medien: Das Tourismusbüro des österreichischen Skigebiets Wagrain Kleinarl machte sich einen Anti-Corona-Spruch zunutze und wollte damit für einen Skiurlaub werben. „Flatten the Curve macht bei uns richtig Spaß“, heißt es in dem inzwischen gelöschten Video auf Instagram. Dabei waren Bilder von Menschen zu sehen, die auf Skiern und Snowboards auf schneebedeckten Pisten und Pipes springen.

Der Spruch „Flatten the Curve“, zu deutsch „Flach die Kurve ab“, war vor allem in der ersten Welle der Corona-Pandemie ein beliebter Slogan. Damit sollte erreicht werden, dass sich durch Restriktionen und Einschränkungen nicht so viele Menschen gleichzeitig mit Covid-19 infizieren, sondern eher über einen längeren Zeitraum. Damit wäre die Behandlung der Erkrankten in den Krankenhäusern sichergestellt, auch wenn sich die Pandemie ziehen würde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Reaktionen auf Werbeclip: „geschmacklos“ und „Ja bist du teppat“

Anzeige

Online kam der Werbespot, der bereits vor Silvester in den Instagram-Stories des Skigebiets zu sehen war, nicht so gut an. Eine Nutzerin teilte das Video bei Twitter, kommentierte es mit: „Ja bist du teppat... Ich hab offiziell alles gesehen“. Sie erhielt Dutzende Antworten, darunter Kommentare wie „geschmacklos“ oder „What the fuck?“

Auch Wissenschaftlerin und Autorin Natascha Strobl kommentierte den Beitrag auf Twitter: „Menschen sterben – but make it irony and fun“ schrieb sie und setzte sarkastisch ein lachendes Smiley mit Herzchen-Augen dazu. Einige kritisieren, dass etwas potenziell Lebensbedrohliches für eine Werbestrategie ins Lächerliche gezogen wird.

Anzeige

Skigebiet Wagrain Kleinarl nimmt Werbespot nach Kritik offline

Hinweise kommen auch, dass Sprünge, wie in dem Video gezeigt, wohl eher zu Knochenbrüchen – und damit mehr Betrieb in den Krankenhäuser führen würden. „Anteil der Corona-Patienten im Spital sinkt, weil komplizierte Knochenbrüche massiv steigen. Wie? Das war gar nicht „the curve to be flattened“?, schreibt ein Nutzer.

Das Tourismusbüro des Skigebiets Wagrain Kleinarl im Bezirk St. Johann im Pongau im Bundesland Salzburg hat inzwischen reagiert und das Video gelöscht. Es soll nicht mehr Teil der Werbekampagne sein. Gegenüber dem Schweizer Portal „20Min“ sagte ein Sprecher, dass man den Clip mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf das Hygieneprotokoll erstellt habe. „Es tut uns enorm leid, dass dieses Teaser-Sujet ohne diesen Kontext von manchen Nutzern anders aufgenommen wurde“, wird der Sprecher zitiert. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland konnte am Freitag niemanden im Tourismusbüro erreichen.

RND/msk

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen