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Umweltschützer, Ärzte und Polizei fordern Böllerverbot an Silvester

Verschiedene Feuerwerksartikel werden in den Regalen eines Baumarktes angeboten. (Symbolbild)

Berlin.Wenige Wochen vor Silvester fordert die Deutsche Umwelthilfe gemeinsamen mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Ärztevertretern und Tierschützern erneut ein generelles Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel. Neben der massiven Luftverschmutzung und Millionen von geschädigten Tieren verweist das Bündnis auch auf die anhaltende Corona-Pandemie. Es dürfe nicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystems aufgrund von Silvesterverletzungen kommen heißt es in einer Mitteilung.

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„Feuerwerk zum Jahreswechsel mit Schwarzpulver muss unterbleiben“, wird der Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch zitiert. Die Bundesregierung solle hierfür eine Überarbeitung der Ersten Sprengstoffverordnung vornehmen. „Das Ende der der archaischen Böllerei an Silvester ist schon längst überfällig.“ Insbesondere im Angesicht der Corona-Krise sei es „essenziell, dass die Politik endlich auf unsere Forderungen eingeht“.

„Es geht auch um die Sicherheit der Einsatzkräfte“

Auch die Gewerkschaft der Polizei unterstützt die Forderung: „Das hohe Verletzungsrisiko sowie unkalkulierbare Brandgefahren für jedermann sind gute Gründe genug, um Feuerwerk nur an bestimmten Orten in den Kommunen zuzulassen. Es geht auch um die Sicherheit der Einsatzkräfte in dieser Nacht. Fassungslos machten uns die zunehmenden Angriffe auf Polizei, Feuerwehren und Rettungskräfte.“

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Neben dem Verletzungsrisiko berge aber auch die Feinstaubbelastung ein erhebliches Gesundheitsrisiko, wie Norbert Mülleneisen, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde und Umweltmediziner betont: „An keinem anderen Tag im Jahr ist die Feinstaubbelastung so hoch wie an Silvester. Die durch Feuerwerk entstehenden Verbrennungsprodukte können giftige, Atemwege reizende Stoffe enthalten, die sich in Kombination mit der trockenen Winterluft besonders gesundheitsschädlich auswirken.“ Die Lunge würde durch die kurzfristige Belastung geschädigt, sagt der Mediziner und verweist auf Studien.

Widerspruch kommt vom Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) und dem Bundesverband Pyrotechnik (BVPK), einem Zusammenschluss von Profi- und Hobbyfeuerwerkern: Es gehe um eine beliebte Silvestertradition und das Kulturgut Feuerwerk, so der VPI. Der größte Teil der Patienten und Patientinnen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser sei wegen Alkoholkonsums oder anderer Verletzungen dort. Zudem seien schwere Verletzungen „ausschließlich Folgen von illegalem oder unsachgemäß abgeranntem Feuerwerk“. Die Feinstaubbelastung sei zudem nur kurzzeitig, argumentierte der BVPK – das Silvesterfeuerwerk mache nur 0,7 Prozent des Feinstaubs eines Jahres aus.

RND/mhs/dpa

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