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Mehr als 500 Handlungen dokumentiert

Prozess: Trainer räumt hundertfachen Missbrauch von Schützlingen ein

Ein Angeklagter (r) wird vor dem Beginn seines Prozesses wegen schweren sexuellen Missbrauchs in den Gerichtssaal im Landgericht in Stuttgart geführt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Zeitraum von 2006 bis 2021 mehrere Kinder und Jugendliche, mit denen er über seine Tätigkeit als Trainer in Sportvereinen engeren Kontakt hatte, sexuell missbraucht zu haben.

Stuttgart.Ein Handballtrainer aus Fellbach (Rems-Murr-Kreis) hat gestanden, mindestens acht Kinder und Jugendliche aus seinen Jugendmannschaften jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht in Stuttgart räumte er am Mittwoch alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. „Für mein Handeln übernehme ich die volle Verantwortung“, heißt es in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung des angeklagten 53-Jährigen. Seine früheren Schützlinge, deren Angehörige und auch den betroffenen Verein in Fellbach bat er um Entschuldigung.

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Kinderpornografisches Material beschlagnahmt

Rund 15 Jahre lang soll der Ehrenamtliche Kinder und Jugendliche in drei Vereinen trainiert haben, er soll sich um sie gekümmert und Vertrauen aufgebaut haben. Die Staatsanwaltschaft dokumentiert in ihrer Anklageschrift mindestens rund 500 verschiedene Handlungen an meist 12- und 13-Jährigen, teils auch an Jugendlichen aus den Jahren 2006 bis 2021. In den meisten Fällen hatten die Opfer nach Angaben des Staatsanwalts Angst, dass der Trainer sie als Vertrauensperson verstoßen oder vom Training ausschließen würde, wenn sie seinen Bitten und Befehlen nicht folgen.

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Mehrere Betroffene hatten im vergangenen Sommer den Mut gefunden, über die sexualisierte Gewalt zu sprechen - erst bei ihrem Verein, dann auch mit der Polizei. Bei Durchsuchungen in der Wohnung des Mannes beschlagnahmten die Ermittler auch kinderpornografisches Material.

Die Enthüllungen über die mutmaßlichen Verbrechen des Jugendtrainers hatten im Verein und in der Stadt Fellbach für Entsetzen gesorgt. „Der mutmaßliche Täter hat Leid über viele Kinder, Jugendliche und Familien gebracht, welches schwer auszuhalten ist“, hatte der Verein Mitte Dezember erklärt.

Vorgeworfen werden dem früheren Trainer schwerer sexueller Missbrauch, der Besitz kinder- und jugendpornografischen Materials und der Missbrauch Schutzbefohlener. Bislang sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

RND/dpa

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