Sexuelle Gewalt unter Schülern: Britische Lehrkräfte überfordert

  • In Großbritannien wird derzeit viel über sexuelle Gewalt an Schulen und Universitäten diskutiert.
  • Eine Studie hat jetzt ergeben, dass Lehrende nicht ausreichend auf den Umgang mit Missbrauch innerhalb der Schülerschaft vorbereitet sind.
  • Dabei wird ihre Unterstützung angesichts der vielen Vorfälle dringend benötigt.
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London. Lehrkräfte in Großbritannien fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, um mit sexuellen Übergriffen zwischen Schülerinnen und Schülern umzugehen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der BBC und der britischen Lehrergewerkschaft NASUWT hervor. Demnach sagt mehr als die Hälfte der befragten Lehrenden, die bislang vorgesehenen Prozesse für den Umgang mit Missbrauch seien nicht ausreichend. Knapp ein Drittel der Lehrkräfte ist nach eigenen Angaben bereits selbst Zeuge von Übergriffen unter Schülern geworden. Jeder zehnte nimmt demnach sogar wöchentlich Belästigungen wahr. Befragt wurden mehr als 1500 Lehrer und Lehrerinnen.

Tausende berichten von sexuellen Übergriffen an Schulen und Unis

In Großbritannien wurde in den vergangenen Monaten über eine „Rape Culture“ (deutsch: „Vergewaltigungskultur“) an Schulen und Universitäten diskutiert. Die Initiative Everyone’s Invited (deutsch: „Alle sind eingeladen“) hat auf ihrer Webseite Tausende Berichte von Schülerinnen und Studentinnen gesammelt, die an ihren Schulen oder Universitäten Belästigung, sexuelle Gewalt oder sogar Vergewaltigungen erlebt haben. Inzwischen gibt es auch eine Hotline der Kinderschutzorganisation NSPCC, bei der sich Opfer melden können. Innerhalb weniger Wochen gingen dort mehrere Hundert Anrufe ein.

RND/dpa

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