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Sexuelle Gewalt an britischen Unis: Anwältin hofft auf Prozess vor Gericht

  • In Großbritannien wird derzeit viel über sexuelle Belästigung und Gewalt in Bildungseinrichtungen diskutiert.
  • Einzelne Klagen gegen bestimmte Einrichtungen werden dabei häufig außergerichtlich abgehandelt.
  • Eine Anwältin hofft nun auf einen öffentlichen Prozess vor Gericht.
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London. In der Debatte um sexuelle Belästigung und Gewalt an britischen Universitäten und Schulen sieht die Anwältin Georgina Calvert-Lee die Bildungseinrichtungen klar in der Verantwortung. „Sie haben auch eine Fürsorgepflicht“, sagte Calvert-Lee, die bereits seit Jahren von Missbrauch betroffene Frauen rechtlich vertritt, der Deutschen Presse-Agentur. Einige Betroffene haben bereits gegen ihre Universitäten geklagt, weil sie diese Fürsorgepflicht als verletzt ansehen. Bislang ist es in Großbritannien jedoch nicht zum Prozess gekommen, da viele der Fälle außergerichtlich beigelegt werden.

Anwältin hofft auf einen Prozess vor Gericht

Calvert-Lee wertet das als Zeichen, dass die Hochschulen die Klagen als begründet ansehen. „Je überzeugender die Argumentation, desto wahrscheinlicher ist eine außergerichtliche Einigung“, erklärt die Anwältin. Sie hofft, dass eines Tages ein Fall dieser Art tatsächlich vor Gericht landet. „Das könnte helfen, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen“, meint die Chefin der britischen Kanzlei McAllister Olivarius. „Außerdem würde es die rechtliche Lage klarer machen.“

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In Großbritannien ist in den vergangenen Wochen und Monaten über eine sogenannte „Rape Culture“ (deutsch: „Vergewaltigungskultur“) an Schulen und Universitäten diskutiert worden. Die Initiative „Everyone's Invited“ (auf Deutsch: „Alle sind eingeladen“) hat auf ihrer Webseite mehr als 16 300 Berichte von Schülerinnen und Studentinnen gesammelt, die an ihren Schulen oder Universitäten Belästigung, sexuelle Gewalt oder sogar Vergewaltigungen erlebt haben.

RND/dpa

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