• Startseite
  • Panorama
  • Seilbahn-Unglück in Italien: Gondel in Wald am Lago Maggiore abgestürzt – 14 Tote, darunter ein Kind

Auch Kind erliegt Verletzungen: 14 Tote nach Seilbahnunglück in Italien

  • Für mehr als ein Dutzend Fahrgäste endet die Fahrt mit einer Seilbahn am Sonntag in Norditalien tödlich.
  • Israels Außenminister bestätigt am Montag auch fünf Israelis unter den Opfern.
  • Ein Kind liegt schwer verletzt im Krankenhaus.
0:49 min
Katastrophe am Pfingst-Sonntag am Lago Maggiore. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen, nachdem bei einer Seilbahn auf der westlichen Seite des Sees vermutlich das Kabel gerissen war.  © Reuters
Anzeige
Anzeige

Stresa. Tödliche Fahrt ins Alpenpanorama: Beim Absturz einer Gondel am norditalienischen Lago Maggiore haben 14 Menschen am Sonntag ihr Leben verloren. Zwei Kinder in kritischem Zustand waren der Bergrettung zufolge zunächst in eine Turiner Klinik geflogen worden. Eines von ihnen starb später im Krankenhaus, teilte die Bergwacht Sonntagabend mit.

Deutsche sind nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes nicht unter den Opfern. „Derzeit haben wir keine Hinweise, dass sich Deutsche unter den Opfern befinden“, teilte ein Sprecher am Sonntagabend mit. „Wir stehen zu dem tragischen Unfall der Seilbahn Stresa-Mottarone in Kontakt mit den Behörden vor Ort.“ Zuvor hatten italienische Medien über mögliche deutsche Opfer spekuliert. Am Montag hingegen bestätigte das israelische Außenministerium, dass es sich bei fünf der Toten um Staatsbürger gehandelt habe. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, teilte die Behörde in Jerusalem mit. Getötet wurden bei dem Unglück demnach ein Ehepaar und ihr zweijähriger Sohn, die in Italien lebten und arbeiteten. Gestorben seien zudem die Großeltern der Frau, die zu Besuch in Italien waren. Ein fünfjähriger Sohn des Paares sei schwer verletzt worden und werde in einem Krankenhaus behandelt. Er habe schwere Frakturen an den Beinen erlitten und sei am Sonntagabend operiert und stabilisiert worden, berichtete die Agentur Adnkronos. Israels Außenminister Gabi Aschkenasi hat am Montag den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl ausgesprochen. „Unsere Herzen sind wegen des Unglücks gebrochen“, schrieb der Politiker am Montag bei Twitter auf Hebräisch und Italienisch.

Die Gondel war auf dem Weg zwischen dem kleinen Ort Stresa am Westufer des beliebten Sees und dem Monte Montarrone, dessen Gipfelkreuz auf 1491 Metern liegt, unterwegs. Warum die Gondel abstürzte war zunächst unklar und wird untersucht. Bilder der Feuerwehr und der Polizei zeigten die völlig zerbeulte Kabine an einem steilen Hang in einem Waldstück. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. Agenturberichten zufolge lag die Absturzstelle unweit der Bergstation.

Anzeige
Anzeige
Rettungshelfer arbeiten am Wrack der Seilbahn. © Quelle: Uncredited/Italian Police/AP/dpa

Politiker trauern um Opfer des Seilbahnunglücks

Anzeige

„Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren“, teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus. Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Gebiet. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Infrastrukturminister Enrico Giovannini wollte am Montag in die Gegend reisen.

Aus Brüssel twitterte EU‑Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni, die Tragödie versetze einen in Trauer – an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte. EU‑Kommissionschefin Ursula von der Leyen sprach den Familien der Opfer per Twitter „Europas tiefes Mitgefühl“ aus. EU‑Ratspräsident Charles Michel und der EU‑Parlamentspräsident David Sassoli drückten ebenfalls ihre Anteilnahme aus.

Mottarone-Seilbahn bei Touristen beliebt

Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen am Lago Maggiore. „In zwanzig Minuten vom See zum Berg“, damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Skisportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde die Bahn zuletzt zwischen 2014 und 2016 von einer Südtiroler Firma überholt.

Die gesamte Gegend um den Lago Maggiore ist bei Urlaubern beliebt. Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder nach Monaten der Schließung wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb aufnehmen. Das hatte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi kürzlich beschlossen. Italien will schrittweise die Corona-Beschränkungen lockern. Die Touristensaison soll ab Juni beginnen können. Zuletzt wurde auch die nächtliche Ausgangssperre verkürzt und die Außengastronomie geöffnet.

RND/dpa/msk

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen