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Schwimmlehrer sorgen sich um Ausbildung der Kinder: „Befürchte mehr Badeunfälle“

  • „Die Schwimmfähigkeit in Deutschland ist katastrophal“, warnt Alexander Gallitz, Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands.
  • In Deutschland könnten nur 30 bis 40 Prozent der Kinder sicher schwimmen.
  • Die Corona-Pandemie habe das Problem noch größer gemacht.
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Heikendorf. Macht Corona ganze Kinderjahrgänge zu Nichtschwimmern? Schwimmlehrer im Norden sind in Sorge, dass die wegen geschlossener Bäder versäumte Schwimmausbildung auch nach Ende der Corona-Einschränkungen kaum aufgeholt werden kann. Es gehe allein in Schleswig-Holstein um rund 20.000 Kinder, teilte der Schwimmverband des Landes mit Sitz in Heikendorf mit. „Die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis sind katastrophal. Nahezu ein kompletter Jahrgang wird für sehr lange Zeit schwimmunfähig bleiben müssen“, schrieb Verbandspräsident Steffen Weber an das Bildungs- und das Innenministerium in Kiel.

Der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands, Alexander Gallitz, sprach von einem drohenden Chaos. Die Kinder des Jahres 2020 hätten ihre Schwimmausbildung abbrechen müssen. Der Rückstau könne kaum aufgeholt werden. Dadurch werde das bestehende Problem noch verschärft. Denn: „Die Schwimmfähigkeit in Deutschland ist katastrophal“, sagte Gallitz. In den 90er Jahren hätten noch etwa 90 Prozent der Kinder das Bronzeabzeichen erworben, für das ein Kind 15 Minuten schwimmen können muss. Heute könnten noch 30 bis 40 Prozent der Kinder sicher schwimmen.

Auch bei Erwachsenen könne es schwierig werden, wenn sie ein Jahr keine Übung haben. „Ich befürchte mehr Badeunfälle.“

RND/dpa

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