Schweizer verkauft aus Spaß Mini-Masken-Aufkleber für Ausweise

  • Ein Schweizer Illustrator hat sich einen Scherz erlaubt, der ihm fast teuer geworden wäre.
  • Er produziert und verkauft Miniaufkleber von Gesichtsmasken, die man sich auf den Ausweis kleben kann.
  • Streng genommen ist das aber Dokumentenfälschung – und damit haben nun Kunden zu kämpfen.
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Zürich. Die Corona-Pandemie macht auch kreativ: Damit Menschen beim Zugfahren und andernorts, wo nun eine Maskenpflicht gilt, erkennbar sind, hat der Schweizer Illustrator Olivier Samter Aufkleber produzieren lassen. Die Minimasken, “Minimäskli” passen genau auf das Passfoto, das im Ausweis abgedruckt ist – damit Mensch mit Maske und Ausweisbild wieder übereinstimmen.

Eigentlich war das als Gag gedacht – und kam bei den Kunden auch sehr gut an. Doch nun bekam der Hersteller selbst Ärger: Auf dem Weg von Zürich nach Luzern hat ein Kontrolleur in der Schweizer Bahn dem Mann Dokumentenfälschung vorgeworfen. Er wollte sogar ein Bußgeld in Höhe von 200 Franken (etwa 186 Euro) von ihm kassieren. Zuerst hielt Samter das für einen Scherz, erzählte er dem Magazin “20 Minuten”, doch dann bemerkte er, dass der Kontrolleur es ernst meinte. “Das ist doch absurd, der Kontrolleur hat völlig überreagiert”, sagte er. Auch mehrere Kunden hätten ihm nun berichtet, dass sie gleiche Erfahrungen gemacht hätten. Auf Anfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) bestätigt Samter den Vorfall – und auch, dass seine Kunden mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten.

Ausweispapiere dürfen nicht verändert werden – auch nicht aus Spaß

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Gegenüber “20 Minuten." sagte Céline Thommen von der Alliance Swiss Pass, dass ein Pass nicht verändert werden dürfe, sonst könnte eine Fälschung vorliegen. “Wie das Kontrollpersonal in solchen Situationen entscheidet und inwiefern sie Kulanz walten lassen, liegt im Ermessen der Transportunternehmen”, sagte sie dem Portal. In Deutschland sind die Regeln übrigens ähnlich – auch hier ist es nicht erlaubt, den Personalausweis oder Pass zu verändern.

Für Olivier Samter ging der Vorfall übrigens glimpflich aus: Er zeigte dem Kontrolleur, dass sich der Aufkleber einfach und sofort wieder abnehmen lässt – und der Mann ließ Gnade walten. Und mit dem Verkauf macht der Schweizer auch weiter, wie er dem RND verrät. Bald will er die Maskensticker auch in Deutschland anbieten. “Bis jetzt ist ein Versand nach Deutschland noch nicht möglich, aber ich bin gerade dran.”

RND/msk

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