• Startseite
  • Panorama
  • Schwarzer stirbt durch Polizeigewalt: Tränengas gegen Demonstranten

Schwarzer stirbt durch Polizeigewalt: Tränengas gegen Demonstranten

  • Wieder erschüttert ein Fall von Polizeigewalt gegen Schwarze die USA.
  • Ein Polizist drückte dem Verdächtigen George Floyd in Minneapolis minutenlang sein Knie gegen den Hals - bis der Mann bewusstlos wird und stirbt.
  • Zornige Demonstranten werden am Dienstagabend mit Tränengas auseinandergetrieben.
1:05 min
In den USA sorgt ein neuer Fall von Polizeigewalt für Aufsehen. Vier Polizisten hatten am Montag in Minneapolis Mann kontrolliert. Als er sich der Festnahme widersetzte, kniete einer der Polizisten minutenlang auf dem Hals des Mannes. Er starb kurz darauf in einem Krankenhaus.  © Reuters
Anzeige
Anzeige

George Floyd hatte Todesangst. Ein weißer Polizist hatte ihn am Montag in Minneapolis bei Ermittlungen in einem Betrugsfall gestellt. Und ihn „festgehalten“, indem er ihm mutmaßlich acht Minuten lang sein Knie gegen den Hals drückte. Bevor er das Bewusstsein verlor, flehte Floyd um Hilfe. Es kam keine.

Floyd starb im Krankenhaus an den Folgen der Polizeigewalt. Von dem Vorgang existiert ein Video, in dem Floyd ruft: „Ich kann nicht atmen“ und „Töten Sie mich nicht“. Der Polizei zufolge habe der Mann Widerstand gegen die Beamten geleistet.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Was auf Floyds Tod folgte, war das in Amerika Übliche. Der weiße Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, äußerte sich empört über die Polizeigewalt - speziell gegen Schwarze. Die Polizei der Stadt kündigte nicht nur interne Maßnahmen sondern auch eine Untersuchung durch die Bundespolizei FBI ein. Immerhin: Die vier in den Fall Floyd verwickelten Beamten wurden entlassen.

Anzeige

Nicht genug für die schwarze Community von Minneapolis. Am Dienstagabend gingen Hunderte Demonstranten, Schwarze und weiße Sympathisanten, auf die Straße. Auf Schildern standen Slogans gegen Polizeigewalt wie „Stop Killin‘ Black People“ (Hört auf, schwarze Leute zu töten) oder „I am not a Threat“ (Ich bin keine Bedrohung).

Anzeige

Es wurde „Gerechtigkeit für George Floyd“ gefordert und „Prosecute the Police“ (Klagt die Polizei an) gesungen. Ein örtlicher Motorradclub von Schwarzen flankierte die Demonstrierenden auf ihren Maschinen und ließ die Motoren immer wieder aufbrüllen. „Wir wollten etwas Lärm für die Menge machen“, sagte einer der Biker laut „The Guardian“. „Das ist meine Stimme.“

Vor einem Polizeirevier hielt stundenlang nur noch eine kleine, sichtlich zornige Gruppe aus. Wasser und Milchflaschen wurden in Richtung der das Gebäude bewachenden Polizisten geworfen, Rufe wie „Schweine!“ und „Wie konntet ihr nur“ wurden laut, Fenster eingeworfen, Graffiti gesprüht.

Die Polizei antwortete mit Tränengas und Blendgranaten, um die Menge zu zerstreuen. Die Ereignisse des Abends wollte die Polizei von Minneapolis laut „Guardian“ nicht kommentieren.

RND/big

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen