Schwangere bekommt keine Hilfe: Shitstorm für die Bahn

  • Die Deutsche Bahn sorgt für den nächsten Aufreger nach dem Eklat um Greta Thunberg.
  • Eine Schaffnerin verweigert einer Schwangeren mit Kinderwagen Hilfe beim Einstieg.
  • Die Erklärungsversuche der Bahn sorgen für reichlich Kopfschütteln.
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Kurz vor Weihnachten erst gab es Aufregung um die Bahn, weil ein Rollstuhlfahrer nicht mitfahren kann – es gebe „keinen Mobilitätsservice“ war die Argumentation. Dann folgte der Eklat um Greta Thunberg: Die junge Klimaaktivistin postete ein Bild von sich, mit mehreren Koffern im Gang eines Zuges sitzend, ohne Vorwurf gegen die Bahn. Die reagierte prompt und warf der 17-Jährigen vor, doch einen „Sitzplatz in der 1. Klasse“ gehabt zu haben. Es stellte sich heraus, dass sie den später tatsächlich hatte, zuvor aber ein Zug ausgefallen war und sie im Gang saß.

Und nun kommt der nächste Aufreger: Auf Twitter beschwert sich die schwangere Carina Zimniok, Redakteurin beim „Münchner Merkur“, dass ihr die Schaffnerin nicht beim Einsteigen mit Kinderwagen half. „Wie soll das gehen, @DB_Bahn, ein Zug ohne kinderwagengeeignete Einstiege und mit einer (pampigen) Schaffnerin, die lieber Achseln zuckt als einer Schwangeren mit Kleinkind behilflich zu sein? #RE4028 #München #Nürnberg“, schreibt sie auf der Plattform.

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Bahn behauptet zunächst, die Mitarbeiter seien nicht versichert

Die Antwort der Bahn folgt prompt: „Hallo, die Kollegen sind nicht versichert, wenn sie Ihnen den Kinderwagen in den Zug tragen. Deshalb konnte sie auch nicht helfen. Denn passiert dabei etwas, muss sie es auf ihre eigene Kappe nehmen“, twittert die Bahn. Auf Zimnioks Nachfrage, ob der Passant, der ihr dann geholfen habe, eben Pech gehabt habe, wenn etwas passiert – und ob sie sonst lieber daheim bleiben solle, antwortet das Unternehmen nur: „Ob die Person sich privat versichert hat, weiß ich nicht. Ich kann Ihnen nur mitteilen, dass die Kollegen während ihrer Arbeitszeit dafür nicht versichert sind.“

Eine Antwort, die für reichlich Kopfschütteln sorgte - und womöglich auch falsch ist. Am Montagnachmittag twitterte die Bahn erneut, schrieb diesmal: "Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert. Unsere Antwort auf Ihren Tweet war bedauerlicherweise falsch. Dafür möchten wir uns schon einmal auf diesem Wege ausdrücklich bei Ihnen entschuldigen."

Ein Bahnsprecher sagte am Montag, dass Zugreisende mit Kinderwagen oder Rollstuhl beim Ein- und Aussteigen auf Hilfe des Personals der Deutschen Bahn hoffen dürfen. Die Kundenbetreuer in Nah- und Fernverkehr seien entsprechend geschult und auch dazu angehalten, in solchen Fällen aktiv zu helfen, so der Bahn-Sprecher. "Wenn DB-Mitarbeiter unseren Reisenden helfen, dann sind sie auch versichert“, so der Bahn-Sprecher weiter.

RND/hsc/dpa

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