Schulfrei bei Sturm: Das gilt in den Bundesländern

  • Ist die Sicherheit des Schulwegs beeinträchtigt, können Schulen den Unterricht ausfallen lassen.
  • Zuletzt sorgte Orkantief „Sabine“ für Unterrichtsausfälle in Hunderten Schulen in Deutschland.
  • Doch wer entscheidet überhaupt, wann Schüler „sturmfrei“ bekommen?
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Der Februar ist bislang ein stürmischer Monat gewesen. Zunächst sorgte Orkantief „Sabine“ in ganz Deutschland für schwierige Wetterverhältnisse. Vielerorts waren Feuerwehr und Rettungskräfte im Dauereinsatz. Die Bahn stellte zeitweise den gesamten Nah- und Fernverkehr ein. Auch Flüge mussten aufgrund der orkanartigen Böen gestrichen werden.

Aufgrund der erhöhten Gefahr durch herumfliegende Gegenstände ließen viele Schulen in den vom Sturm betroffenen Gebieten den Unterricht ausfallen. Inzwischen ist mit „Victoria“ das nächste Orkantief auf Deutschland getroffen. Gibt es wieder „sturmfrei“?

Sturm „Victoria“ sorgt für Behinderungen in Norddeutschland

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Orkantief „Victoria“ ist weitaus schwächer als der letzte Sturm. Trotzdem wurden in West- und Norddeutschland Winde mit Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 110 Stundenkilometern gemessen. Diese führten vielerorts zu umgestürzten Bäumen und Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr.

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Videografik: So entsteht das Wetter
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Kalte und warme Luftmassen zirkulieren in der Atmosphäre. Wenn sie zusammentreffen, entstehen verschiedene Wetter-Phänomene.  © AFP
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Wegen Sturmtief „Sabine“ blieben viele Schulen geschlossen

Nordrhein-Westfalen war vom Orkantief „Sabine“ besonders betroffen. Essen, Düsseldorf, Gelsenkirchen und zahlreiche andere Städten und Kommunen in NRW hatten bereits einige Tage vor der Ankunft des Orkantiefs „Sabine“ angekündigt, dass Schüler wegen der Sturmwarnung nicht zur Schule gehen müssen. Das Schulministerium hatte Schulen und Schulträger zuvor darauf hingewiesen, den Unterricht vorsorglich ausfallen zu lassen.

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Wie andernorts auch, begründete die Stadt Essen den Schulausfall mit dem gefährlicheren Schulweg: „Die sichere Erreichbarkeit der Schulen“ könne „nicht garantiert werden“, teilte die Stadt auf ihrer Website mit. Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer mussten dennoch zum Dienst erscheinen, um eine Besetzung der Schule zu garantieren.

Auch das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen hatte auf das nahende Sturmtief reagiert und eine dringliche Schulmail zur Rechtslage in NRW verschickt. Darin wurde auf Folgendes hingewiesen:

  • Eltern entscheiden, ob der Weg für ihre Kinder zumutbar ist oder nicht. Sind die Wetterlagen zu extrem, können Eltern sich dazu entscheiden, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken. Darüber muss die Schule entsprechend informiert werden.
  • Schulleiter entscheiden bei Bedarf darüber, den Unterricht nicht stattfinden zu lassen oder frühzeitig zu beenden.
  • Gibt es einen Unterrichtsausfall, muss dennoch eine Betreuung für etwaige Schüler zugegen sein, die morgens eintreffen oder bereits anwesend sind.
  • Entsteht durch das Unwetter eine Gefahr für das Schulgebäude, so entscheidet der Schulträger über eine etwaige Schließung der Schule.

Auch in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bremen, Brandenburg, Baden-Württemberg und im Saarland, fiel der Unterricht wegen Sturm „Sabine“ in einzelnen Schulen verschiedener Städte und Landkreise aus. Vielerorts war es Eltern überlassen, zu entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht.

Schulausfall wegen Sturm: Wie ist die Rechtslage in den Bundesländern?

Da das Thema Bildung in Deutschland Ländersache ist, kann die Rechtslage in NRW nicht eins zu eins auf andere Bundesländer übertragen werden. Trotzdem unterscheiden sich die Bestimmungen zum möglichen Unterrichtsausfall kaum voneinander.

Ob Schüler aufgrund besonderer Wetterverhältnisse zu Hause bleiben dürfen, wird im jeweiligen Bundesland beziehungsweise auf Landkreisebene entschieden. Allerdings gilt, dass Eltern im Ernstfall selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder zu Hause behalten oder nicht. Meist ist in den Schulen eine Notbetreuung organisiert, sodass Kinder, die doch den Schulweg antreten nicht vor verschlossenen Türen stehen.

Schulfrei wegen Sturm „Victoria“ am 17.02.2020?

Auch wenn Orkantief „Victoria“ deutlich harmloser war als „Sabine“, sorgten stürmische Böen vor allem in West- und Norddeutschland für Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr. Über landesweite Schulausfälle, wie beim letzten Orkantief, gibt es jedoch keine Berichte.

Im Zweifel sollten sich Schüler und Eltern auf der Website der Schule oder Kita über etwaige Unterrichtsausfälle informieren. Bei Ausfällen größeren Ausmaßes finden sich Informationen meist auch auf den Websites und Social-Media-Kanälen der jeweiligen Kultusministerien der Länder:

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RND/do/pf