120.000 Euro

Spenden für Schröder-Fenster in hannoverscher Kirche gehen an Ukraine-Projekte

Lokaltermin: Die Richter der 18. Zivilkammer des Landgerichts Hannover verschaffen sich in der Marktkirche einen Eindruck, wie das neue Fenster die Wirkung des Gebäudes verändern könnte.

Streit ums Fenster: Der Einbau wurde erstmal auf Eis gelegt. (Archivbild)

Hannover. Das umstrittene Kirchenfenster des Starkünstlers Markus Lüpertz für die Marktkirche Hannover liegt auf Eis. Jetzt sollen die von Altkanzler Gerhard Schröder eingeworbenen Spenden für das Werk größtenteils Menschen aus der Ukraine zugutekommen. Mit allen Spendern sei Kontakt aufgenommen worden, sagte Martin Germeroth, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Bis auf einen waren alle einverstanden, mit dem Geld stattdessen Ukraine-Projekte zu unterstützen.“ An diesen einen Spender habe die Gemeinde 15.000 Euro zurückgezahlt.

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Insgesamt verfügt die Marktkirche dem Bericht zufolge damit über rund 120.000 Euro aus den ursprünglich für das Fenster gedachten Spenden. „Das Fenster ist nicht mehr mittels Spenden finanziert, die mit Gerhard Schröder in Verbindung stehen“, sagte Germeroth. Wie das Fenster nun finanziert wird, ist unklar. Im März hatte der Kirchenvorstand entschieden, dass die Spendengelder zurückgegeben werden. Der Ex-Kanzler hatte früheren Angaben zufolge beispielsweise Unternehmen um Spenden gebeten, selber aber kein Geld gegeben.

Jahrelanger Rechtsstreit um das Schröder-Fenster

Das umstrittene 13 Meter hohe Buntglasfenster, auf dem unter anderem eine Figur im weißen Gewand - wohl Reformator Martin Luther - sowie fünf große schwarze Fliegen zu sehen sind, ist fertig. Aber: „Der Einbau ist auf Eis gelegt“, sagte Germeroth der Zeitung. Einen Termin für eine mögliche Installation gebe es nicht.

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Erst im vergangenen November war ein jahrelanger Rechtsstreit um das Fenster in einer mündlichen Verhandlung am Oberlandesgericht Celle überraschend beigelegt worden. Damit könnte das Werk eingebaut werden. Der Sohn des Architekten, der nach dem Krieg für den Innenraum der Marktkirche verantwortlich war, hatte sich bis zur Einigung gegen das Lüpertz-Werk gewehrt. Demnach sollte per Hinweisschild darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Fenster nachträglich eingebaut wurde. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Marktkirche gilt als Wahrzeichen Hannovers.

RND/dpa

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