Schriftzug „nicht mehr zu sehen“ soll an Berliner KZ erinnern

  • Ein fast 42 Meter langer Schriftzug soll an das Leiden im ehemaligen Gestapo-Gefängnis und KZ am Flughafen Tempelhof erinnern.
  • Das Columbia -Haus war das einzige Konzentrationslager in Berlin.
  • Bis Mitte 2021 soll das Denkmal stehen.
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Berlin. Ein knapp 42 Meter langer Schriftzug vor dem von den Nazis errichteten Gebäude des Flughafens Tempelhof soll an das einzige Konzentrationslager in Berlin erinnern. Mit den Worten „nicht mehr zu sehen“ sollen Passanten und Vorbeifahrende zu den bereits dort installierten Informationsstelen gelockt werden.

Der Entwurf des Berliner Architekten Marin Bennis wurde am Freitag in Berlin als Sieger eines Wettbewerbs präsentiert. Bis Mitte kommenden Jahres soll das knapp 100.000 Euro teure Projekt realisiert werden. In unmittelbarer Nähe des markanten Radarturmes soll der Schriftzug auf einer ansteigenden Böschung installiert werden. Die aus einem Stahlrahmen bestehenden Buchstaben werden mit Schuttmaterial aus Backstein gefüllt werden, was an das frühere Backsteingebäude erinnern soll.

Columbia-Haus war erst Gestapo-Gefängnis, dann Konzentrationslager

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Das ehemalige Columbia-Haus war von 1933 an zunächst ein Gefängnis der Geheimen Staatspolizei Gestapo. Von 1934 bis 1936 diente es als „Konzentrationslager Columbia“ der SS und war damit das einzige KZ in Berlin. Die 156 Einzelzellen waren mit durchschnittlich 400 bis 450 Insassen überbelegt. Insgesamt waren nach den Angaben etwa 8000 Männer im KZ Columbia inhaftiert, überwiegend politische Gegner der Nazis, aber auch Juden, Geistliche, Künstler, Homosexuelle und als sogenannte Berufsverbrecher titulierte Menschen. Nach Schließung des KZ Columbia wurden die Gefangenen ins KZ Sachsenhausen in Oranienburg transportiert.

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Andrea Riedle, Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors, sprach von einem besonderen Ort innerhalb der Berliner Haftanstalten. Die Wichtigkeit des Ortes werde bisher nicht deutlich. Die zunächst temporär gedachte Gestaltung ist für zwei bis zehn Jahre konzipiert. Jutta Hein-Wenzler, Geschäftsführerin des Tempelhof Projekt GmbH, begründete dies mit den möglicherweise sehr umfangreichen Sanierungsarbeiten, die am rund 80 Jahre alten Flughafengebäude in den kommenden Jahren anstehen.

RND/dpa

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