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  • Schlittenfahren und Winterspaziergang trotz Corona: Schnee erfreut Menschen in Großstädten – Polizei muss tätig werden

Rodeln trotz Corona: Schnee erfreut Menschen in Großstädten

  • Der Beginn des Wochenendes brachte Bahnstörungen, Autounfälle, aber auch Freude in Städten wie Berlin und Hamburg darüber, dass endlich mal Schnee liegen blieb.
  • Der Wintereinbruch hat viele Städter dazu gebracht, die Parks zu bevölkern.
  • Während die Polizei Anlagen in Berlin und Hamburg sperrte, blieb es im Harz ruhig.
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Berlin. Ein Wintereinbruch in der Nordhälfte Deutschlands hat in der Nacht zum Samstag einige Probleme verursacht. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn wurde in weiten Teilen Norddeutschlands kurzzeitig lahmgelegt. In der milderen Südwesthälfte Deutschlands dagegen stieg die Hochwassergefahr. Der nationale Bahnverkehr wurde zusätzlich durch eine Weltkriegsbombenentschärfung in der Innenstadt von Göttingen beeinträchtigt. Betroffen war die wichtige Nord-Süd-ICE-Strecke. Auf den Straßen kam es indes zu Glätteunfällen.

In Städten wie Berlin, Hamburg und Bremen gab es auch Freude und trotz Corona Rodler. In Hamburger Parks lockte sonnig-winterliches Wetter am Samstag viele Familien zum Rodeln. Dabei wurde der Corona-Mindestabstand häufig nicht eingehalten, wie die Polizei am Mittag mitteilte. „Die Menschen rodeln teilweise auf sehr engem Raum“, sagte ein Polizeisprecher. Der Schanzenpark wurde deshalb sogar gesperrt; hier zählte man ungefähr 400 Menschen.

Parks zu voll: In Hamburg und Berlin muss die Polizei eingreifen

Auch in Berlin war es weiß. Im Tiergarten war am Morgen eine Skilangläuferin unterwegs. Das Brandenburger Tor und die Siegessäule sahen nach Winterzauber aus. Im Volkspark Friedrichshain rodelten einige. Die Polizei rief in Durchsagen dazu auf, Masken zu tragen und Abstand zu halten. Im Park am Planetarium am Insulaner in Schöneberg schritt die Polizei ein. Es sei zu voll, sagte eine Beamtin.

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Im nördlichsten Wintersportgebiet der Republik, rund um den Bungsberg zwischen Kiel und Lübeck, störten sich Dutzende Menschen nicht an der Sperrung der Hänge zum Rodeln und Skifahren: Zahlreiche Familien nutzten Schnee und Winterwetter, um auf dem Bungsberg spazieren zu gehen und um dort zu rodeln. Die Polizei rückte an und wies die Familien auf das Ski- und Rodelverbot hin. Schönwaldes Bürgermeister Winfried Saak ärgert das Verhalten der Anwohner. Er will die Kontrollen intensivieren, berichten die „Lübecker Nachrichten“.

Im Harz zeigten Appelle, wegen Corona auf Tagesausflüge besser zu verzichten, anscheinend Wirkung. An den beliebten Winterorten im Oberharz in Niedersachsen ging es trotz Neuschnees im Vergleich zu vorherigen Wochenenden eher ruhig zu. Die Parkplätze seien zwar voll, aber es gebe keine chaotischen Zustände, sagte ein Sprecher der Polizei Goslar am Samstag.

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Fernverkehr durch Wintereinbruch beeinträchtigt

In den frühen Morgenstunden waren laut Bahn einige Städte nicht mit dem Fernverkehr erreichbar gewesen, darunter Bremen, Kiel, Lübeck und Westerland auf Sylt. Auf Strecken wie Hannover–Bremen, Hamburg–Bremen sowie Hamburg–Hannover war der Fernverkehr vorübergehend eingestellt. Im Laufe des Samstagmorgens lief alles aber wieder an. Der Bahnverkehr laufe wieder störungsfreier, sagte eine DB-Sprecherin. Nur vereinzelt komme es noch zu Verspätungen.

Auf den Straßen kam es zu Glätteunfällen, in Sachsen starb eine 37-Jährige, als ihr Auto nahe Reichenbach auf der verschneiten Bundesstraße 6 in einer Kurve in den Gegenverkehr geriet. In Schleswig-Holstein gab es besonders viele Unfälle in den Bereichen Lauenburg und Stormarn, in Mecklenburg-Vorpommern auf der A 19 geriet zwischen Waren und Röbel ein Kleintransporter ins Schleudern und kam von der Fahrbahn ab. Im gesamten Landkreis Peine in Niedersachsen sorgte der plötzliche Wintereinbruch für teils chaotische Verhältnisse auf den Straßen, wie die Polizei mitteilte.

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Kinder fahren in Bremen erstmals Schlitten

Starker Schneefall sorgte auch in Bremen für schwierige Straßenverhältnisse und lange Staus. Die Polizei rückte bis in die Nacht zu über 130 Verkehrsunfällen aus. Auf vielen Straßen blieb der Schnee liegen – zur Freude vieler Kinder, die in Bremen und Umgebung erstmals in diesem Winter ihre Schlitten einsetzen konnten.

Im Südwesten ließen Tauwetter und Regen das Rhein-Hochwasser am Samstag weiter steigen. Der Pegel in Speyer erreichte am Vormittag einen Stand von 6,06 Metern – für Sonntag erwartet das Hochwassermeldezentrum in Mainz einen Höchststand von 7,75 Metern. Am Pegel Mainz werde die Meldehöhe von 5,50 Metern voraussichtlich am Sonntagmorgen überschritten, teilte das Meldezentrum mit.

Köln kämpft gegen Hochwasser

In Köln wurde am Samstagmittag mit 6,20 Metern die Hochwassermarke 1 erreicht. Für die Schifffahrt gelten ab diesem Wasserstand erste Einschränkungen. Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren. Über die Treppen des gesperrten Rheinboulevards schwappte bereits das Wasser.

Der Hochwasserinformationsdienst des NRW-Landesumweltamts rechnet für den Pegel Köln im Laufe des Dienstags mit einem Höchststand von 8,50 Metern. Dann wäre die Hochwassermarke 2 von 8,30 überschritten, und der Schiffsverkehr müsste eingestellt werden. Erste Hochwassertore zur Altstadt werden nach den Planungen der Stadt bei einem Wasserstand von 8,10 Metern geschlossen. Im Oberrhein bei Karlsruhe ist die Schifffahrt bereits eingestellt.

RND/dpa/msk

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