Schlange im Salat sorgt in Australien für Aufruhr

  • Australien ist für seine vielfältige und teils gefährliche Tierwelt bekannt.
  • Doch im grünen Salat von Aldi rechnet man eigentlich nicht mit einer lebensbedrohlichen Gefahr.
  • Genau dort hatte sich eine Giftschlange eingenistet. Die Käufer nahmen es mit Humor.
|
Anzeige
Anzeige

Als auf der Facebook-Seite eines Nobelstadtteils in Sydney Fotos einer Schlange in einer Salatpackung hochgeladen wurden, wollten viele zunächst ihren Augen nicht trauen. „Schaut euren abgepackten Salat gut durch“, kommentierte Lesley Kuhn ihren Post Anfang der Woche. Ihr Sohn habe den Salat samt Schlange bei Aldi eingekauft.

Bei dem Reptil handelte es sich um ein jugendliches, etwa 20 Zentimeter langes Exemplar einer sogenannten „Pale-headed Snake“ (Hoplocephalus bitorquatus), die normalerweise im tropischen Queensland im Nordosten Australiens lebt. Das Reptil fühlte sich allem Anschein nach aber auch im gekühlten Salat wohl. Denn dort schlief die Schlange friedlich und gab auch kein Lebenszeichen von sich, während sie durch den Laden getragen und später mit dem Rad transportiert wurde.

Anzeige

Schlange und kein Riesenwurm

Anzeige

Denn auf diese Weise hatten Kuhns Sohn Alexander White und seine Partnerin die Schlange am Montag im Rucksack mit nach Hause gebracht, nachdem sie in einem Aldi-Supermarkt in Sydney ihre Einkäufe erledigt hatten. Er habe die Schlange entdeckt, nachdem sie sich bewegt und ihre Zunge gezeigt habe, sagte White der australischen Ausgabe des Guardian. Daran habe er auch erkannt, dass es eine Schlange und kein Riesenwurm gewesen sei. „Um ehrlich zu sein, hätte ich mich mit einem Wurm wohler gefühlt“, gestand er.

Das Paar rief noch am gleichen Abend eine Tierrettungsorganisation an, die am späten Abend anrückte, um die Schlange zu befreien. Das Paar hatte das Tier in der Zwischenzeit samt Salat in einer halb offenen Tupperschüssel aufbewahrt. „Wir haben so etwas noch nie gesehen“, sagte John Grant von der Organisation Wires dem australischen Sender ABC. Die Entdeckung sei höchst ungewöhnlich. Er vermute, dass die Schlange, „weil sie noch so jung ist, mit dem Salat geerntet wurde und den gesamten Prozess überstanden hat“.

Anzeige

Schlange im Salat: Scheue und nervöse, aber giftige Tiere

Obwohl die Schlange besonders niedlich aussieht und das Paar sie ausgiebig fotografierte, waren die beiden doch auch vorsichtig. Ein Schlangenexperte, den White um Rat fragte, sagte ihm, dass das Reptil durchaus gefährlich sei und ein potentes Gift habe. Man würde „ziemlich schnell im Krankenhaus landen“, wenn man gebissen werde, berichtete das Paar. Außerdem würden die Tiere oftmals wiederholt zubeißen, wenn sie provoziert werden.

Nach Angaben des Australian Museum sind Pale-headed Snakes „scheue, aber nervöse“ Tiere. Sollten sie gestört werden, würden sie schnell eine Drohgebärde einnehmen und Kopf und Hals in einer engen S-Form halten, sich dem Eindringling zuwenden und oftmals den Mund leicht öffnen. Auch wenn es bisher keine Todesfälle mit den Schlangen gegeben habe, so könnte das Gift im Falle eines Bisses „einige unangenehme Symptome“ hervorrufen wie starke Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Schmerzen an der Bissstelle und Blutungen.

Anzeige

Nach Schlangenfund: „Waschen Sie Ihren Salat“

Die Tierschutzorganisation will die Schlange nun zurück an ihren Heimatort bringen. Laut Aldi stammt der Salatkopf aus Toowoomba und ist damit über 700 Kilometer nördlich von Sydney geerntet worden. Den Salat ließen die Tierschützer jedoch zurück und nachdem White ihn ausführlich gewaschen hat, verzehrte er ihn am Tag nach dem ungewöhnlichen Erlebnis in einem Wrap zum Mittagessen. „Die Leute sagen immer ‚Waschen Sie Ihren Salat‘“, sagte er dem Guardian. Er habe das in der Vergangenheit nicht wirklich gemacht. „Aber jetzt habe ich meine Lehre daraus gezogen.“ Künftig werde auch er seinen Salat immer waschen.

Dass Australier einheimische Tiere in ihrem Zuhause vorfinden, ist keine Seltenheit. So verirren sich Schlangen häufiger in Häuser und erst im Dezember gingen Bilder eines Koalas im Internet herum, der sich quasi als Weihnachtsdekoration an einen Christbaum gehängt hatte. Der Beutler war unbemerkt ins Haus geschlüpft und hatte es sich auf dem geschmückten Nadelbäumchen zwischen Kugeln und Sternen gemütlich gemacht.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen