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  • Schlachthof aus Biberach: Vorwürfe wegen Tierquälerei und fehlerhaften Betäubungsgeräten - Video aus Schlachtbetrieb aufgetaucht

Erneute Vorwürfe wegen Tierquälerei: Video aus Schlachtbetrieb aufgetaucht

  • Die Tierschutzorganisation Soko Tierschutz hat Videoaufnahmen aus einem Schlachthof aus Biberach veröffentlicht.
  • Etliche Tiere sollen wegen defekter Betäubungsgeräte gequält worden sein.
  • Das Landesamt erwägt die Schließung des Betriebes.
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Die Tierschutzorganisation Soko Tierschutz hat Aufnahmen eines Schlachthofes aus Biberach (Baden-Württemberg) veröffentlicht. Die Videos zeigen die fehlerhafte Betäubung von Rindern, Schweinen und Schafen – und die damit einhergehenden Qualen der Tiere.

Das Landratsamt in Biberach erwäge laut der Tageszeitung „Stuttgarter Nachrichten“ nun die Schließung des örtlichen Schlachthofs. Die Aufnahmen des Schlachthauses hat Soko Tierschutz eigenen Angaben nach heimlich zwischen dem 5. Oktober und dem 16. November aufgezeichnet. Zu sehen sei die Schlachtung von 75 Rindern und 1500 Schweinen, so der Aktivist Friedrich Mülln.

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„Panik, Gewalt und ein elender Tod“

Die Videoaufnahmen aus dem Schlachthof in Biberach hat Soko Tierschutz veröffentlicht. Dazu schreibt die Tierschutzorganisation: „Sie werben mit Tierwohl, Regionalität, echtem Handwerk und eigener Schlachtung. Für die Tiere bedeutet das in Biberach Panik, Gewalt und einen elenden Tod.“ Nicht nur die Technik, mit der die Tiere vor der Schlachtung betäubt werden sollen, sei defekt und verlängere die Qualen. Auch „das Personal zeigt maximales Desinteresse“, heißt es weiter.

Die Tierschutzorganisation wirft der Familienmetzgerei vor: „In den Betrieben wird falsch betäubt, Tiere erwachen unter Höllenschmerzen, schrottreife Technik versagt und verlängert Leiden. Das unfähige, überforderte Personal und befangene, amtliche Kontrolleure runden das Bild einer Schlachtung aus Tierqual und Chaos ab.“

Soko fordert Rücktritt von Minister Hauk

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Soko Tierschutz fordert nun den Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, auf, zurückzutreten. „Das Politikversagen beim Tierschutz der grün-schwarzen Koalition in Baden-Württemberg hat Höllenqualen für Zehntausende Tiere zu verantworten“, heißt es vonseiten der Tierschutzorganisation.

Der Tierschutzverein hat eigenen Angaben nach Strafantrag gegen die Verantwortlichen gestellt und das Beweismaterial den Behörden übergeben. In den letzten Jahren deckte Soko Tierschutz zehn Schlachtbetriebe in fünf Bundesländern auf, von denen sieben geschlossen werden mussten.

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Erst im Sommer sorgten Videoaufzeichnungen von Tierquälerei in einem Schlachthof in Baden-Württemberg für Aufsehen. Mitarbeiter sollen Rinder, Schweine und Schafe geschlagen, getreten, unprofessionell betäubt und gequält haben. Minister Hauk positionierte sich damals: „Die entsetzlichen Bilder aus dem Schlachthof Gärtringen, die wir seit dem Wochenende kennen, haben nichts mit unserer Vorstellung von Tierschutz gemein. Wir haben die zuständigen Behörden vor Ort umgehend aufgefordert, die Vorgänge aufzuklären.“

Ausgehend von den Erkenntnissen der Behörden würden das weitere Vorgehen festgelegt und entsprechende Konsequenzen gezogen. „Beim Tierschutz gibt es keinen Rabatt“, so Hauk.

RND/ros

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