Amoklauf in Boulder: Mutmaßlicher Schütze kaufte Waffe legal

  • In Boulder im US-Bundesstaat Colorado wird ein 21-Jähriger dringend verdächtigt, zehn Menschen erschossen zu haben.
  • Die Waffe, die er dafür nutzte, soll er laut Ermittlerangaben legal erworben haben.
  • Dem Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, wird Mord in zehn Fällen und in einem Fall versuchter Mord vorgeworfen.
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Washington. Der mutmaßliche Schütze von Boulder hat die Waffe, die nach bisherigen Erkenntnissen bei der Bluttat in einem Supermarkt im US-Staat Colorado verwendet wurde, nach Angaben der Ermittler legal erworben. Man gehe davon aus, dass der 21-jährige Verdächtige mit einem halbautomatischen Sturmgewehr geschossen und er die Waffe rechtmäßig in einem Geschäft in der Stadt Arvada gekauft habe, erklärte Bezirksstaatsanwalt Michael Dougherty am Freitag bei einer Pressekonferenz. Der Verdächtige sei auch in Besitz einer Neun-Millimeter-Pistole gewesen, habe diese nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht bei der Tat verwendet.

Dem Mann, der in Untersuchungshaft sitzt, wird Mord in zehn Fällen und in einem Fall versuchter Mord vorgeworfen. Dougherty rechnet damit, dass noch weitere Vorwürfe gegen ihn erhoben werden.

Nach Schießerei in Boulder immer noch viele Fragen offen

Polizeichefin Maris Herold machte deutlich, dass auch fünf Tage nach den Schüssen im Supermarkt King Soopers mit zehn Toten viele Frage offen seien - auch das Motiv hinter der Tat. „Wir wollen auch wissen, warum. Warum dieser King Soopers? Warum Boulder? Warum Montag? Und leider haben wir diese Antworten immer noch nicht.“ Die Strafverfolgungsbehörden schauten sich den Hintergrund des Verdächtigen genau an, sicherte Dougherty zu.

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In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen, die dort leicht zu kaufen sind. Nach jeder größeren Schuss-Attacke werden Rufe nach schärferen Waffengesetzen laut. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten erst kürzlich einen neuen Anlauf gestartet, um gesetzlich zu regeln, dass Waffenkäufer strenger kontrolliert werden. Bislang ist aber nicht in Sicht, dass es dafür im Senat die nötige Mehrheit geben dürfte. Viele Republikaner stehen strengeren Waffengesetzen kritisch gegenüber. Die Waffenlobby ist in den Vereinigten Staaten sehr stark.

Rund 109 Schusswaffen-Tote pro Tag in den USA - darunter Selbsttötungen

Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2018 insgesamt 39.740 Schusswaffen-Tote in den USA - also etwa 109 Tote pro Tag. Bei rund 60 Prozent der Fälle handelte es sich um Selbsttötungen, bei rund 30 Prozent um Morde.

RND/dpa

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